OSB-Platte (Grobspanplatte)

OSB-Platten oder auch Grobspanplatten sind mehrschichtige Platten, welche man aus schlanken, langen Spänen anfertigt.

Ihr Name stammt aus dem englischen, er ist die Abkürzung von oriented strand oder structural board. Grobspanplatten werden in Industrieanlagen produziert. Dazu bereitet man zunächst die Späne auf, indem man aus dem entrindeten Rundholz die Späne herausschneidet. Anschließend setzt man die Späne hohen Temperaturen aus, um ihre natürliche Feuchtigkeit zu trocknen. Nur so können die Späne im nächsten Schritt mit Klebstoff versehen werden. Dies geschieht mit Hilfe einer Beleimmaschine. Als nächstes streut man die Späne, die zwischen 100 und 200 mm lang, zwischen 10 und 15 mm breit und zwischen 0,6 und 1,5 mm dick sind, in einem Wurfverafahren quer und längs orientiert derart aus, dass eine kreuzweise Anordnung in drei Schichten entsteht. Zum Schluss werden die Späne bei einer Presstemperatur von bis zu 200 Grad Celsius und unter hohem Druck gepresst. Nahezu alle OSB-Platten (95%) werden in den USA anfertigt.

Grobspanplatten sind biegefester als gewöhnliche Flachpressplatten. Da ihr Kleberanteil hoch ist, zeichnen sie sich durch einen hohen Dampfdiffusionswiderstand aus. Von Nachteil ist die Ausdünstung von Formaldehyd, die sich schädlich auf die Raumluft auswirken kann. Zum Einsatz kommen die Platten im Rohbau und im Innenausbau, sowie im Möbelbau und für Kisten. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist für die Schalung von Beton. In Nordamerika benutzt man OSB-Platten auch zum Hausbau. Verlegt man OBS-Platten über Fußbodenheizungen, müssen Spezialplatten verwendet werden, die von einigen Herstellern angeboten werden. Es gibt unterschiedliche Arten von OSB-Platten, die jeweiligen Einsatzmöglichkeiten sind in Deutschland
in der EN 300 festgelegt.