Pioniere der IT-Qualifizierung: HwK Koblenz und BFD überreichten die ersten Zertifikate an ehemalige Soldaten auf Zeit

Pioniere der IT-Qualifizierung: HwK Koblenz und BFD überreichten die ersten Zertifikate an ehemalige Soldaten auf Zeit

Presse-Informationen der HwK Koblenz
KOBLENZ. Der eine kam als Metallbauer zur Bundeswehr, der andere als Kommunikationselektroniker. Beide lernten sich im Jagdbombergeschwader 33 in Büchel (COC) kennen und stiegen als Pioniere in die Qualifizierung zum IT-Manager ein. Guido Hake und Sascha Zidar gehören zu den ersten vier erfolgreichen Absolventen bei der Handwerkskammer Koblenz.Mehr noch: Sie haben mit den Zielvorstellungen für ihr eigenes Berufsleben nach der Bundeswehr maßgeblich an der Entwicklung des modularen Bildungskonzeptes mitgewirkt. Der Anstoß für die Fortbildung zum IT-Manager entwickelte sich aus der Tätigkeit des 1999 bei der HwK Koblenz eingerichteten Beratungszentrums Bundeswehr-Handwerk. Es berät in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) Soldaten auf Zeit, um für sie ein maßgeschneidertes Qualifizierungsprogramm für den Übergang in das zivile Erwerbsleben zu entwerfen.

So erfolgte die Übergabe der Abschlusszertifikate für die ersten IT-Manager auch gemeinsam durch die Leiterin des BFD Koblenz, Ursula Spohr-Fischer, den Leiter des Beratungszentrums Bundeswehr-Handwerk, Hans-Joachim Benner, und den Leiter der HwK-Weiterbildung, Bernd Hammes.

Der "IT-Manager" setzt sich zusammen aus den Modulen: EDV-Systemkoordinator, Kaufmännische Grundlagen, Betriebswirt des Handwerks, Internet-Manager und Betriebspraktika. Er vermittelt Grundlagen der Hard- und Software, Netzwerk- und internen Kommunikationstechnik, Internetprogrammierung, -gestaltung und -nutzung. Die kaufmännischen Grundlagen in Finanz- und Rechnungswesen sowie Buchführung werden weitergeführt in Unternehmensorganisation, Personalführung, Marketing und Rechtsfragen. Die Module "Betriebswirt des Handwerks" und "EDV-Systemkoordinator" schließen mit anerkannten Fortbildungsprüfungen. Die Gesamtqualifikation "IT-Manager" beansprucht je nach Kursform (Teil- oder Vollzeit) und gewünschtem Praktikumumfang 12 bis 24 Monate.

Leitgedanke bei der Entwicklung des Konzeptes sei gewesen, wie Hans-Joachim Benner erläuterte, den Teilnehmern individuellen Gestaltungsraum für die zeitliche und inhaltliche Abfolge der einzelnen Bausteine zu eröffnen, etwa durch die Kombination von Teil- und Vollzeitelementen. Die notwendige Rückkopplung zur angestrebten betrieblichen Tätigkeit gewährleisten integrierte Praktikumzeiten, die den einzelnen Lernphasen nachgeschaltet sind, oder eine Ausbildung am Arbeitsplatz, die gezielt auf die spätere Beschäftigung gestaltet wird.

Ursula Spohr-Fischer unterstrich die enge Zusammenarbeit und gegenseitige Ergänzung in der Beratungstätigkeit zwischen BFD und Beratungszentrum der HwK bei der Entwicklung neuer Fortbildungskonzepte, die fließend angepasst würden an Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsamt. "Sie können stolz sein auf das, was Sie sich erarbeitet haben", bestärkte sie die ersten Absolventen des IT-Managers und bekräftigte, dass auch der BFD stolz auf ihre Pionierleistung sei.

Sascha Zidar und Guido Hake setzen nach Abschluss der Lehrgänge ihre Fachausbildung am Arbeitsplatz in der Netzwerkadministration der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz fort. Dort sind sie Ansprechpartner, wo immer "etwas im EDV-Bereich hängt". Die Arbeit im Team wie auch der Kontakt zu den Mitarbeitern im Haus, die technische wie die Verwaltungsseite reizen beide, denn hier greifen sie auf wesentliche Erfahrungen zurück, die sie sich über die Laufbahn der Unteroffiziere in der Bundeswehr angeeignet haben.

Verantwortungsvolle Tätigkeiten haben beide in der Bundeswehr ausgeübt. Guido Hake wartete als Luftfahrzeugrettungssystemmechaniker Schleudersitze und Fallschirme und gewährleistete deren Funktion und Sicherheit. Später war der SaZ 12 als ABC-SE-Feldwebel im Stab der Fliegerhortgruppe für den Selbstschutz des Geschwaders und seiner Soldaten verantwortlich. Als "zweites Standbein" legte Hake im Rahmen der Qualifizierung über den BFD die Meisterprüfung im Metallbauerhandwerk vor der HwK Koblenz erfolgreich ab.

Sascha Zidar gehörte acht Jahre der Bundeswehr an und arbeitete dort in der Wartung und Reparatur von Video-Radarsystemen. Gelernt hatte er bei der Telekom, die ihm aber keine langfristigen Perspektiven anbieten konnte. So informierte er sich sehr frühzeitig über die Möglichkeiten bei der Bundeswehr und konnte sich gewissermaßen seine Verwendung im elektronischen und technischen Bereich aussuchen.

Die in und durch ihren Bundeswehrdienst erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten beurteilen Zidar und Hake als sehr wertvoll mit Blick auf den späteren Zivilberuf. Allerdings weisen beide auch auf die Schwierigkeit hin, dass ihre Tätigkeiten, die sie "auf sehr hohem Niveau ausgeübt haben", in der zivilen Arbeitswelt nicht anerkannt sind. "Wir haben zwar an Waffensystemen gelernt und gearbeitet, der Kern unserer Tätigkeiten ist aber genauso relevant für die Arbeit in der freien Wirtschaft", fordern sie mehr Transparenz und Anerkennung für ihren Beruf als Soldaten - und sprechen damit ein Anliegen an, das das Beratungszentrum Bundeswehr-Handwerk und die HwK Koblenz bereits gezielt in den politischen Dialog eingebracht haben.

Als IT-Pioniere mit umfassender Qualifizierung aus dem militärischen und zivilen Bereich sind Guido Hake und Sascha Zidar jetzt auf dem besten Weg, im zivilen Berufsalltag Karriere zu machen.

Informationen im Beratungszentrum Bundeswehr-Handwerk bei der HwK Koblenz,
Tel.: 0261/398-126, Fax: -934,
bzbw@hwk-koblenz.de
www.bundeswehr-handwerk.de