Polypropylen (PP)

Unter Polypropylen versteht man einen teilkristallien Thermoplast, welcher der Gruppe der Polyoelfine angehört.

Man gewinnt Polypropylen, indem man das Monomer Propen unter Verwendung von Katalysatoren polymerisiert. Dies geschah zum ersten Mal im Jahr 1954, als Karl Rehn und zeitgleich Giulio Natta die Synthetisierung durchführten. Natta reichte den Vorgang als Patent ein, 3 Jahre später begann in Italien die Synthese von Polypropylen in Großwerken. Heute liegt das Herstellungsvolumen bei über 45 Millionen Tonnen pro Jahr.

Polypropylen weist viele nützliche Eigenschaften auf. Es gibt diverse Sorten von PP, denn verglichen mit anderen Arten von Kunststoffen kommt es zu großen Variationen der mittleren molaren Masse, der Verteilung der Copolymere und der Molekülstrukur. Kein anderer Kunststoff hat eine geringere Dichte als PP. Zudem ist Polypropylen härter, fester und steifer als Polyethylen, jedoch sind diese Eigenschaften geringer ausgeprägt als unter anderem bei Polyamid. Da die Glasübergangstemperatur von PP bei zwischen 0 und -10 °C liegt, wird der Kunststoff spröde, wenn es kalt wird. Er kann bei maximal 100 bis 110 °C eingesetzt werden. Zur Erweiterung der mechanischen Eigenschaften von PP ist eine Verfüllung mit Glasfasern, Kreide, Talkum oder weiteren mineralischen Füllstoffen möglich. Außerdem zeichnet sich PP durch Beständigkeit gegenüber nahezu sämtlichen organischen Fetten und Lösungsmitteln und der Mehrzahl der Säuren und Laugen aus. Es ist des Weiteren hautverträglich und geruchlos. Von Nachteil ist seine geringe Oberflächenenergie, die ein Bedrucken und Verkleben äußerst schwierig gestaltet.

Zur Anwendung kommt Polypropylen im Fahrzeug- und Maschinenbau, für Batteriegehäuse, PKW-Innenausstattungen, Armaturenbretter, Fahrradhelme, Kindersitze uvw. Im Bauwesen nutzt man es für Armaturen, Rohrleitungen, Fittinge und in der Klima- und Lüftungstechnik, wenn Korrosion begünstigt ist. Brennwertkessel in Kaminen werden ebenfalls aus PP-Rohren angefertigt. Darüber hinaus setzen die Textilindustrie, die Elektrotechnik und die Orthopädietechnik PP ein.