Polyurethan (PUR)

Polyurethan (PUR)

Mit dem Begriff Polyurethane bezeichnet man Kunstharze oder Kunstharze, die sich aus der Polyadditionsreaktion von Polyolen oder Diolen mit Polyisocyanaten bilden. Ein wichtiger Vertreter der Polyurethane ist die Gruppe der Urethane. Abhängig davon, auf welche Weise sie produziert wurden, können Polyurethane entweder spröde und hart oder elastisch und weich sein. Besonders reißfest sind die Elastomere, die ebenfalls dieser Gruppe angehören. Erstmals synthetisiert wurden Polyurethane 1937 von Otto Bauer in den Laboren der Firma. I.G. Farben. Im Jahr 1940 startete dann die industrielle Herstellung, die wie auch die erste Synthetisierung in Leverkusen stattfand.

Aus diesen Kunststoffen fertigt man Autositze, Dichtstoffe, Fußböden, Klebstoffe, Kondome, Lacke, Matratzen, Schläuche, Schuhsohlen, Skier und viele weitere Produkte. Die Baubranche nutzt Polyurethan in Form von 1- bzw. 2-Komponentenschaum. Dieser ist auch als Expansionsschaum bekannt und wird zur Abdichtung von Fugen im Beton vorm Vergießen, zum Anheben von Gebäudeteilen, zur Stabilisierung von Fundamenten und für den Einbau von Türen und Fenstern eingesetzt. In einigen Ländern und Regionen, hauptsächlich in den Niederlanden, fungiert der 1-/2-Komponentenschaum auch als Bodenbelag. Polyurethan-Hartschaum verwendet man als Dämm- und Isolierschicht in Sandwich-Elementen. Diese Elemente setzen sich aus jeweils einem Innen- und Außenblech aus Aluminium oder beschichtetem Stahl zusammen. Vor allem zum Bau von Systemhallen sind diese Sandwichelemente sehr praktisch, denn sie sind bereits vorgefertigt und ermöglichen somit eine rasche Montage. Im Handumdrehen lassen sich mit Hilfe dieser Elemente Dach- und Wandkonstruktionen errichten, die bereits mit einer Dämmung versehen und umgehend fertig sind. Auch gern verwendet werden die genannten Sandwichelemente für Garagentore und im Kälteschutz.