Polyvinylacetat

Polyvinylacetat ist die Bezeichnung für einen thermoplastischen Kunststoff.

In Kurzform nennt man ihn auch PVA oder PVAc. Er wird aus der Gruppe der Polyvinylester durch radikalische Polymerisation synthetisiert. Bereits 1912 wurde der Kunststoff von Dr. Fritz Klatte entdeckt. Er stellte fest, dass Vinylverbindungen in der Sonne polymerisieren können. Seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfolgt die Herstellung von Polyvinylacetat industriell. Es wird als Emulsion, Granulat, Lösung und Pulver produziert und vielfältig eingesetzt.

Der Kunststoff Polyvinylacetat ist amorph, geschmacklos und geruchlos. Er ist sehr beständig gegen Wetter und Licht. Obwohl er brennbar ist, kann er nicht leicht entflammen. Bei den elektrischen, mechanischen sowie thermischen Eigenschaften ist größtenteils der Grad der Polymerisation ausschlaggebend. PVA ist unlöslich in aliphabetischen Kohlenwasserstoffen, Butanol, Diethylether, Petrolether und Wasser. Jedoch kann es in niederen Alkoholen, vielen Ketonen, Estern und zyklischen Ethern, sowie chlorierten und aromatischen Kohlenwasserstoffen gelöst werden.

Im Handel ist PVA unter Namen wie Emultex® F, Rhodopas®  und Vinnapas®  erhältlich. Man verarbeitet es in Form von Dispersionen oder Lösungen in organischen Lösemitteln. Beispielsweise bei UHU® sind 40% Polyvinylacetat als Lösung in Aceton/Methylacetetat enthalten. In der Baubranche kommt es in Lacken und Anstrichen als Bindemittel zum Einsatz, sowie als Klebstoff und Holzleim. Auch Beton und Putz können mit PVA modifiziert werden. Zudem imprägniert man Textilien mit dem Kunststoff und beschichtet die Rückseiten von Teppichen. In der Beschichtung und Herstellung von Papier ist es auch nützlich. Die Lebensmittelindustrie setzt PVA ebenfalls ein, so ist der Kunststoff zum Beispiel häufig in Kaugummis enthalten.