Rating - Chance für den Mittelstand: Infokampagne "Basel II - Rat fürs Rating"

Rating - Chance für den Mittelstand: Infokampagne "Basel II - Rat fürs Rating"

Presse-Informationen der HwK Koblenz
KOBLENZ. Was ist eigentlich Basel II? Welche neuen Anforderungen ergeben sich für Mittelstand und Handwerk? Wer bereitet mich auf Rating vor? Wird der Umgang mit der Hausbank schwieriger, die Abhängigkeit größer? Diese und weitere Fragen, die vor allem für den Mittelstand von zentraler Bedeutung sind, standen im Mittelpunkt der bisher in Deutschland einmaligen Informationskampagne: "Basel II - Rat fürs Rating" in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Die landesweite Aktion wurde von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) unter der Schirmherrschaft von Hans-Artur Bauckhage, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes, initiiert. Zu den Partnern zählen unter anderem neben den Banken und Sparkassen, die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern.

In Talkrunden zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten wurden praxisnah beispielweise die neuen Anforderungen der Kreditvergabe nach Basel II für Mittelstand und Handwerk erörtert.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftminister, Hans-Artur Bauckhage, betonte, dass Mittelstand und Kreditwirtschaft die "Herausforderung Basel II gemeinsam und offensiv annehmen. Gerade der Mittelstand, das Rückgrat der rheinland-pfälzischen Wirtschaft, habe aus unterschiedlichen Gründen eine sehr geringe Eigenkapitalausstattung. Die Kreditwirtschaft dürfe ihre mittelständischen Kunden jetzt nicht im Stich lassen. Besonderes Augenmerk müsse Existenzgründern und jungen Unternehmern gelten", so der Minister.

Karl-Jürgen Wilbert, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, sagte in diesem Zusammenhang, dass die meisten Handwerksbranchen in der Regel kaum über eine Eigenkapitalquote von zehn Prozent hinauskämen. Sie sind von ihrer Struktur her nach wie vor in erheblichem Umfang von Fremdfinanzierungen und Hilfestellungen durch die Banken abhängig. Hohe steuern und Sozialabgaben verschlechtern zusätzlich die Ertragssituation der Betriebe. Er verwies auf das umfangreiche Beratungsangebot der Kammern, die auch in ein weitgefächertes Beratungsnetz mit den Universitäten, Fachhochschulen, dem Kreditgewerbe und den Wirtschaftsförderungseinrichtungen der Kommunen und des Landes eingebettet sind.

Wilbert sieht im Rating auch eine Chance fürs Handwerk. "Es hilft Schwächen aufzudecken und die Unternehmen in eine solide Zukunft zu führen. Es entsteht ein heilsamer Druck, sich mit dem Unternehmen aus finanzieller Sicht, mit operativen Zahlen und dem Markt, in dem es agiert, mehr auseinander zusetzen", so Wilbert. Er verwies darauf, dass die Persönlichkeit des Unternehmers, seine Qualifikation und die seiner Mitarbeiter zukünftig ein höheres Gewicht erhalten. Der Meisterbrief als Qualitätssiegel hat dabei einen besonders großen Stellenwert
Im Zuge von Basel II wird die bisherige Beziehung zwischen Banken und Unternehmen auf eine völlig neue Stufe gestellt. Die kreditnehmenden Unternehmen werden einerseits genauer unter die Lupe genommen, andererseits müssen aber auch die Firmenkundenbetreuer steigenden Ansprüchen an ihre Branchenkompetenz und ihren sozialen Sachverstand gerecht werden. Die Ratingverfahren werden in den Grundmustern standardisiert und müssen von den Bankaufsichtsbehörden genehmigt werden.

Weitere Infoveranstaltungen sind am 11. Juni in Trier, am 19. Juni in Ludwigshafen und am 25. Juni in Kaiserslautern geplant.

Informationen zum Rating,
Tel.: 0261/398-249, Fax: -983,
E-Mail: rolf.weidmann@hwk-koblenz.de