Raum-in-Raum-Konstruktion mit Regufoam Schwingungsdämpfung

Raum-in-Raum-Konstruktion mit Regufoam Schwingungsdämpfung

Am AUDI Ring in Ingolstadt, direkt angrenzend an das bestehende Einkaufzentrum „Am Westpark“, wurde im Jahr 2004 ein Gebäudekomplex mit 10 Kinos einer Diskothek, Spielothek und einem Gastronomietrakt errichtet. Die Kinos befinden sich im 1.OG des Gebäudes; die Diskothek, Spielothek und der Gastronomietrakt sind im Erdgeschoß untergebracht. Aus der Anordnung der Räume: unten Diskothek, oben Kino - ergab sich bezüglich des Schallschutzes eine Konfliktsituation par excellence.Die Schallpegel auf der Tanzfläche der Diskothek liegen bei ca. 110 dB (A) mit in der Regel hohen Tieffrequentanteilen. In den Kinos sollen die Innenschallpegel die Werte von ca. 30 dB (A) nicht überschreiten und liegen somit unter Berücksichtigung der Lüftungsimmissionen - fast auf dem Niveau des Grundgeräuschpegels. Um derartig hohe Anforderungen an den Schallschutz zwischen der Diskothek und Kinos zu erfüllen, müssen nicht nur die trennenden Bauteile (hier Decke) sehr hohe Schalldämmung aufweisen. Die flankierenden Bauteile (hier hauptsächlich Wände in der Diskothek) dürfen an der Schallübertragung nicht nennenswert beteiligt sein.

Als einzig praktikable Lösung des Problems erwies sich für das beauftragte Ingenieurbüro Makowka, Seybothenreuth, die sog. „Raum im Raum“ Konstruktion mit einer zweischaligen Decke und zweischalig ausgeführten Wänden. Die Innendecken wurden als KETONIA-Hohlkörperdecken mit dem Eigengewicht von 4,4 kN/m², und die Innenwände in 20 cm Ortbeton ausgeführt. Damit der Körperschall nicht über die gemeinsamen Fundamente der inneren und äußeren Wand in die darüber liegenden Räume (Kinos) übertragen werden kann, wurde die innere 20 cm dicke Stahlbetonwand durchgehend auf dem Material zur Schwingungsdämpfung Regufoam 680 12 mm des Herstellers BSW aufgestellt. Die statische Belastung der Körperschallager liegt zwischen 0,15 N/mm² bis 0,35 N/mm² und ist ausschließlich auf das Eigengewicht der Wände bzw. Decken zurückzuführen. Die Fugen zwischen Innenwand-Außenwand (80 mm) und Innendecke-Außendecke (mind. 80 mm) wurden mit Mineralfaser als Hohlraumdämpfung gefüllt. Um die Wirkung der Maßnahmen zu überprüfen wurden nach der Fertigstellung des Rohbaus Prüfschallmessungen in Anlehnung an die DIN ISO 140 durchgeführt. Obwohl baustellenbedingt nicht alle Schallnebenwege geschlossen werden konnten wurde für die Trenndecke Diskothek-Kino das Schalldämmaß von R’w 77 dB gemessen.

Die nach der Bau-Fertigstellung durchgeführten Immissionsmessungen zeigten in den Kinos mittlere Maximalpegel von ca. 25 bis 28 dB(A) wobei subjektiv nur bei sehr lauten und sehr tieffrequenzreichen Musikstücken die einzelnen „Bässe“ wahrnehmbar waren. Die Innenschallpegel in der Diskothek lagen je nach Musikstück bei ca. 110 dB(A) und darüber.