Recoflex die elastische Spanplatte

Recoflex die elastische Spanplatte
Der neue Verbundwerkstoff für Möbelproduktion und Innenausbau

Recoflex - die elastische Spanplatte, heißt der neue Verbundwerkstoff zur Herstellung von Formteilen im Möbelbau und Innenausbau. Das von der deutschen BSW GmbH hergestellte Produkt wurde auf der Fachmesse Interzum in Köln mit überwältigendem Erfolg der internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt. Zahlreiche Händler nehmen derzeit das Material in ihr Sortiment auf, etliche namhafte Möbelhersteller bekunden konkretes Interesse. Der Grund für den Erfolg des neuen elastischen Holzwerkstoffes liegt in den Vorteilen, die das Material für den Herstellungsprozess bietet. Denn mit Recoflex ist es möglich, mit geringem Arbeits- und Kostenaufwand in kurzer Zeit Formteile herzustellen. Wo vorher mehrere dünne Schichten gebogen und miteinander verleimt werden mussten, reicht jetzt ein mit gängigen Materialien wie Furnier, MDF, HDF und anderen Schichtstoffen beschichtetes Recoflex-Element. Durch die Reduzierung der Leimfugen können damit in der industriellen Verarbeitung die Taktzeiten erheblich reduziert werden.Die wichtigsten Eigenschaften von Recoflex sind:

* Elastizität
* dreidimensionale Verformbarkeit
* geringes Gewicht
* Umweltfreundlichkeit
* Preiswürdigkeit
* Wasserunempfindlichkeit

Seine Elastizität erhält Recoflex durch seine spezielle Materialzusammensetzung. Holz-, Kork- und Latexgranulate werden mit einem Polyurethan-Bindemittel zu Großzylindern verpresst und anschließend zu Platten und Bahnen in Dicken von 3 bis 19 mm zugeschnitten. Bei der Verarbeitung von aufrollbaren Bahnen kann der Verschnitt deutlich reduziert werden. Die richtungslose Granulatstruktur sorgt in Verbindung mit dem elastischen Bindemittel für die Biegbarkeit der Platten. Recoflex lässt sich in allen gängigen Formpressen oder manuell biegen und mit anderen Materialien beschichten. Die Beschichtungen Furniere ab 0,5 mm, MDF, HDF etc., bewirken die erforderliche Formstabilität. Recoflex lässt sich dreidimensional verformen, womit sich die Möglichkeiten entsprechender Spezialfurniere voll ausschöpfen lassen. Recoflex kann sowohl für großformatige Raumelemente im Innenausbau als auch für kleine Radien bei Formteilen und Wohnaccessoires benutzt werden.

Das Gewicht von Recoflex ist mit etwa 440 kg /m³ so gering, dass das Material auch als Leichtbauplatte eingesetzt werden kann. Das kommt der Verwendung im Innenausbau sehr entgegen.

Die Umweltfreundlichkeit von Recoflex begründet sich vor allem durch seine Materialzusammensetzung. Bis auf das Bindemittel besteht Recoflex aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Emissionswerte von Formaldehyd liegen bei lediglich 0,005 ppm und damit am Rande des Messbaren. Recoflex kann damit praktisch als formaldehydfrei bezeichnet werden. Ebenso ist die Emission flüchtiger orga-nischer Verbindungen minimal. Die Bedingungen von RAL UZ 38 werden erfüllt.

Der Preis von Recoflex liegt teilweise unterhalb dem anderer handelsüblicher Plattenwerkstoffe.

Die Wasserunempfindlichkeit von Recoflex zeigt sich anhand der Volumenvergrößerung im Wasserbad nach 72 Stunden. Während MDF und Spanplatten ihr Volumen um über 20 Prozent vergrößern, liegt die Vergrößerung von Recoflex bei unter einem Prozent. Langzeittests zur Witterungsbeständigkeit stehen noch aus.

Praxistauglichkeit ist erwiesen

In mehreren unabhängigen Materialprüfungen und ersten Anwendungen hat sich die Praxistauglichkeit von Recoflex erwiesen. Die Verarbeitung von Recoflex mit allen gängigen Werkzeugen, Leimen und Klebern verläuft problemlos. Beim Sägen, Fräsen, Schleifen, Hobeln, Bohren und Stanzen treten keine nennenswerten Hindernisse auf, die Genauigkeit der Ergebnisse ist gewährleistet.

Die Verbindung von beschichteten Recoflex-Formteilen untereinan-der und mit anderen Materialien ist optimal. Lamellos, Stumpfe, Dübel und Schrauben erzielen gute bis ausreichende Festigkeiten. Bei Verschraubungen sollten Schrauben mit durchgehendem Gewinde benutzt werden. Ähnlich positive Ergebnisse zeigt die Verleimung von Recoflex mit anderen Materialien. Außerdem lässt sich die Festigkeit von Topfbändern als gut bis sehr gut bezeichnen.

Möbel und Wohnaccessoires aus Recoflex

Mittlerweile haben einige Firmen erste Möbel und Accessoires mit Recoflex hergestellt. Für einen akustischen Raumteiler hat die deutsche Lang Formholz GmbH (Entwurf: Planungsbüro F. Marcus) einen Recoflex-Kern beidseitig mit einer MDF-Platte und einem Furnierdekor beschichtet. Um die Schalldämmung zu unterstützen wurden die beschichteten Platten mit einem Lochmuster versehen. Die gesamte Konstruktion hängt zwischen zwei Stahlrohren. Die Befestigung an den Stahlrohren erfolgt mittels beidseitig aufgeschraubter Metallplatten, die die starken Zugkräfte auffangen, die auf die Plattenkonstruktion einwirken. Die Raumteiler besitzen eine leichte horizontal verlaufende Rundung, die am besten mit Recoflex erzeugt werden konnte, da neben der Elastizität des Materials sein geringes Gewicht der hängenden Konstruktion entgegen kam. Außerdem besitzt Recoflex durch seine stumpfe Oberfläche und seine Porosität Schall dämmende Eigenschaften. Die Kanten der Raumteiler blieben unverkleidet, um den Recoflex-Kern als gestalterisches Element zur Geltung zu bringen. Zu diesem Zweck wurde Recoflex anthrazit eingefärbt. BSW kann Recoflex in fast allen RAL-Tönen herstellen. Dies ermöglicht auch die Verwendung als Bodenbelag, Tisch- und Wandverkleidung oder für Pin-Wände.

Die deutsche Concavex GmbH bietet einen unkonventionellen Garderobenschrank an, der ebenfalls mit Recoflex hergestellt wurde. Der Schrankkörper besteht aus einem halbkreisförmigen Formteil, das an einer Seite mittels Scharnieren an einem Metallrohr als Achse befestigt ist. An der gegenüber liegenden Unterseite des Schrankkörpers befindet sich ein Rad. Mittels der Scharniere und des Rades lässt sich die Konstruktion schließen, indem der Schrank um die Achse gedreht und mit der offenen Seite der Wand zugekehrt wird. Auch hier wurde Recoflex als Materialkern benutzt.

Als Beispiel für die dreidimensionale Verformung dient eine Kollektion von Schalen der Firma Reholz GmbH, Deutschland. Hier wurde Recoflex mit dem von Reholz entwickelten 3D-Furnier beschichtet und dreidimensional verformt. Die richtungslose, homogene Struktur von Recoflex verleiht dem Material eine gewisse Dehnbarkeit, so dass derartige Verformungen möglich sind.

Auch andere Möbelhersteller, Schreiner und Designer haben mit positivem Ergebnis bereits erste Objekte aus Recoflex angefertigt. BSW geht davon aus, dass die elastische Leichtbauplatte Recoflex in Möbelherstellung und Innenausbau Effizienzsteigerungen in der Produktion und neue Möglichkeiten in der Formgebung schafft.