Rundbehälterbau für Biogasanlagen
Geldwerte Blähungen
Bewährte Schaltechnik mit radienverstellbarer TRAPEZTRÄGER-Rundschalung setzt sich durch
Nach dem Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Erneuerbaren Energien im Strombereich "EEG" (1.8.2004) sind die Stromnetzbetreiber vom Gesetzgeber verpflichtet, den Strom, der beispielsweise aus Biogasanlagen entsteht, abzunehmen und nach einem festgelegten Schlüssel zu vergüten. Eine Biogasanlage ist daher nach etwa nur drei Jahren amortisiert und fährt danach satte Gewinne ein.
Eine Goldgrube? Sicher, aber nur, wenn man sie richtig baut!Fast fertig: Zwei 6,00 Meter hohe und 14,00 Meter durchmessende Rundbehälter wurden in nur zwei Wochen erstellt. Dabei wurden alle maßgeblichen Normen und Vorgaben beachtet, die die Langlebigkeit und Sicherheit des Bauwerks wahren sollen.
Gefahr im Verzug?
Der derzeitige Biogas-Boom verdeutlicht die Schwächen von monolithisch hergestellten Stahlbetonbehältern, die nicht nach der VOB als Bauwerk, sondern nach dem BGB als Dienstleistung erbracht werden: Denn oft entsprechen diese Bauwerke nicht den Richtlinien und Normen des Betonbaus. So häufen sich die Sanierungsfälle durch mangelnde Betondeckung, zu geringe Wandstärke und falsche Betonrezepturen. Leider sind auch zum Teil schwere Unfälle bei Herstellung und Betrieb dieser Behälter zu beklagen.
Durch diese Umstände wächst das Qualitätsbewusstsein von Bauherren, Planern und Gemeinden. Was liegt also näher als echte Profis mit dem Bau von Fermentern und ähnlichen Stahlbetonbehältern zu beauftragen? Das Know-How von Bauunternehmern, Schalungsherstellern und Abdichtungstechnikern ist gefragt.
Die Lösung der Profis
Die Hengstler GbR (Öfingen, Schwarzwald-Baar Kreis) beauftragte durch den ortsansässigen Architekt Gerold Wölfle die Schleicher Bau GmbH (Donaueschingen), eine Biogasanlage nach modernsten Vorgaben zu errichten. Dafür sollten zwei jeweils 1.000 m³ große Rundbehälter mit je 14 m Durchmesser (Fermenter und Endlager) aus Ortbeton erstellt werden. Als Schalung war die radienverstellbare TRAPEZTRÄGER-Rundschalung von PASCHAL vorgesehen.
Die wirtschaftlichste Lösung war, beide Behälter in jeweils drei Takten zu schalen. Die vertikalen Arbeitsfugen verminderten die Bildung von Schwindrissen, die bei einem Durchmesser von 14 Metern fast zwangsläufig entstehen und dadurch die Langlebigkeit des Betons beeinträchtigen. Weiterhin bieten die drei nur 6,00 Meter hohen Vertikalfugen erheblich weniger Angriffsfläche als eine einzige große Horizontalfuge von ca. 44 Meter. Vor allem bei großen Durchmessern sorgen Spannstäbe für ein maßhaltiges, zügiges und sicheres Betonieren. Die Mauerstärken der Max Frank GmbH (Leiblfingen) halten die Schalung auf den exakten Abstand von 25 cm und widerstehen sogar einem extrem sauren Milieu bis pH-Wert 1. Die Abdichtung der Spannstellen erfolgte auf Empfehlung von Biogasberater Toni Baumann (Wangen i. Allgäu) mit anorganischem Quellmörtel; Epoxid-Harze würden binnen Kurzem zerstört werden.
Die 6,00 Meter hohen Schalungssegmente kamen einsatzbereit aufgestockt und vorgerundet auf die Baustelle und waren sofort und ohne weitere Anpassungen einsatzbereit. Trotz mehrfachen Umsetzens mussten sie nicht nachjustiert werden. So entstanden minimale Zeitwerte, die im Betonbau nur selten erreicht werden. Bauunternehmer Hanspeter Schleicher: "Durch die über 14 m2 großen, vorgerundeten Segmente und das großflächige Umsetzen haben wir weniger als 0,2 Stunden pro m2 benötigt!"
Durch den Einsatz bewährter Technik konnte dieses Bauvorhaben mit nur 176 m² Rundschalung in weniger als zwei Wochen wirtschaftlich, qualitativ hochwertig und dauerhaft ausgeführt werden. Die Biogasanlage wurde im Oktober 2005 in Betrieb genommen und produziert seither 100 kW/h ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen ("Nawaro": Getreideabfälle, Grünschnitt, Silage, ...).
Maßgebliche Richtlinien in Bezug auf Behälterbau:
* WU Richtlinie (R7, L21): Minimale Wanddicke für Bauwerke der Nutzungsklasse A: 24cm.
* DIN EN 206-1/DIN 1045-2, Tab.4: Betondeckung bei Stabdurchmesser bis 25 mm und Expositionsklasse XC4 beträgt > 4 cm.
* WU Richtlinie (R7, L21), Tafel 5.2: Beim Betonieren gegen unebene Flächen (polygonale Schalung?) muss die Betondeckung um das Differenzmaß der Unebenheit, mindestens aber um 2 cm vergrößert werden.
* DIN EN 206-1/ DIN 1045-2: Für bewehrte Hochbehälter/Gülleanlagen muss Beton der Festigkeitsklasse C35/45 verwendet werden.
* DBV Empfehlung "Abstand Sollrissfugen, Weiße Wanne": Arbeitsfugen sind einzuplanen:
A (Abstand der Arbeitsfugen voneinander in m) = h (Wandhöhe) / 2*d (Wandstärke); z.B.: 6,00/ (2*0,25)=12,00m!!!



