Sanierung Schleuse Hirschhorn, Heidelberg, Deutschland

Sanierung Schleuse Hirschhorn, Heidelberg, Deutschland

Für die Instandsetzung der Neckarschleuse Hirschhorn wurde zur Aussteifung zweier VARIO Wandschalungselemente das PERI MULTIPROP System in horizontaler Richtung eingesetzt. (Foto: PERI GmbH)
Sichere Lastabtragung und schnelles Umsetzen
MULTIPROP Turmsystem als horizontale Aussteifung

Eine ebenso ungewöhnliche wie effiziente Schalungslösung haben die PERI Ingenieure bei der Instandsetzung der Neckarschleuse Hirschhorn entwickelt: Das PERI MULTIPROP System wurde zur Aussteifung zweier VARIO Wandschalungselemente in horizontaler Richtung eingesetzt.Zur Instandsetzung der 150 Meter langen Schleusenkammer war eine 40 cm dicke Vorsatzschale aus Stahlbeton erforderlich. Die 7,15 Meter langen und 9,50 Meter hohen Abschnitte wurden von der Baustelle im so genannten Pilgerschrittverfahren erstellt, also auf Lücke betoniert. Die PERI Lösung bestand aus je einem 70-Quadratmeter-Großelement für die linke und rechte Schleusenwand, gebildet aus dem variablen Träger-Wandschalungssystem PERI VARIO GT 24. Horizontal eingesetzte, mit Systemrahmen verbundene MULTIPROP Türme übernahmen die Aussteifung der Schalungselemente. Beide Systeme wurden von den Ingenieuren der PERI Niederlassung Stuttgart perfekt aufeinander abgestimmt. Damit war die sichere Lastabtragung über die gesamte Schleusenbreite von zwölf Metern gewährleistet.

Die gesamte Aussteifung ließ sich zum Umsetzen mit dem Kran in drei Einheiten unterteilen. Somit waren nur fünf Kranhübe erforderlich, den kompletten Umsetzvorgang abzuschließen: drei für die MULTIPROP Einheiten und zwei für die VARIO Wandschalungselemente. Logische Abläufe und einfache Montageschritte sorgten dafür, dass lediglich vier Mann für das Ausschalen, Umsetzen und Einschalen benötigt wurden.

Für das sichere und effiziente Umsetzen der PERI VARIO GT 24 Großflächenelemente und der MULTIPROP Turmeinheiten erarbeitete PERI spezielle Traversenkonstruktionen für die Baustelle. Während die Umsetzhilfen für die Schalung fest mit den VARIO Elementen verbunden waren, wurde die MULTIPROP Aussteifung mittels Traverse abschnittsweise versetzt. Die drei Umsetzeinheiten ließen sich in Längsrichtung entkoppeln und an die Traverse anhängen. Zwei Querriegel an der Basis und vertikale Spannanker stellten dabei sicher, dass die aussteifenden MRK Rahmen keine Zugkräfte durch das Eigengewicht aufzunehmen hatten. Die neun Meter hohen und inklusive Lastaufnahmemittel immerhin 8,6 Tonnen schweren Aussteifungspakete ließen sich somit ohne Verformungen und Verwindungen sicher von Takt zu Takt bringen.

Bereits 1927 wurde die Schleusenanlage Hirschhorn am Neckar im Zuge des Ausbaus zur Wasserstraße erbaut. 1958 kam eine zweite, linke Schleusenkammer dazu. Deutliche Schäden an der rechten Kammer machten die grundlegende Sanierung erforderlich. Während der gesamten Bauarbeiten war der Schleusenbetrieb durch die zweite Kammer zu gewährleisten. Zur Stabilisierung der Schleusenwände dienen 25 m lange Daueranker, die knapp 3.000 kN in den Felsuntergrund einleiten.

Baustellendaten

Auftraggeber: ARGE Betoninstandsetzung Schleuse Hirschhorn,
Ed. Züblin AG, ZN Mannheim,
Heberger Bau GmbH, Schifferstadt,
Lührs GmbH, Marktheidenfeld

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