SARIA-Tochter ecoMotion nimmt in Lünen neue Biodiesel-Produktion in

SARIA-Tochter ecoMotion nimmt in Lünen neue Biodiesel-Produktion in
Betrieb - 100.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr aus pflanzlichen Ölen und
tierischen Fetten

Selm/Lünen (iwr-pressedienst) - Am Freitag, den 20. Oktober 2006, hat
die ecoMotion GmbH, eine Tochter der zur RETHMANN-Gruppe gehörenden SARIA
Bio-Industries AG & Co. KG, in Lünen auf dem Gelände des REMONDIS-
Lippewerks ihre dritte Biodieselproduktionsanlage seit 2001 in Betrieb
genommen. Damit erhöht ecoMotion die Gesamt-Biodieselproduktion um weitere
100.000 Tonnen auf 212.000 Tonnen p. a. Schon im Mai diesen Jahres hatte
ecoMotion in Sternberg (M.V.) eine 100.000-Tonnen-Biodieselanlage auf
Rapsbasis eingeweiht.

Dr. Hermann Niehues, Vorsitzender des Vorstands der RETHMANN AG & Co.
KG, begrüßte die über 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
und insbesondere den Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Eckard Uhlenberg,
den Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, und den stellvertretender
Bürgermeister der Stadt Lünen, Wilfried Weineck.

Das Besondere dieser neuen, 24 Mio. Euro teuren Anlage in Lünen, die in
einer Rekordbauzeit von 11 Monaten (Anlagenteil in nur 6 Monaten)
errichtet wurde, ist die Möglichkeit, nicht nur Rapsöle und andere
pflanzliche Öle für die Herstellung von Biodiesel einzusetzen. Vielmehr
kann die Anlage in einer der beiden Produktionslinien von jeweils 50.000
Jahrestonnen Kapazität auch tierische Fette in Biodiesel umwandeln. Allein
diese sogenannte multifeed-Produktionslinie ist die größte Einheit zur
Produktion von Fettmethylester in Europa. Eine weitere Multifeed-Anlage
mit einer Kapazität von jährlich 12.000 Tonnen produziert seit 2001 in
Malchin. Sie war die erste europäische Pilotanlage zur ausschließlichen
Verarbeitung tierischer Fette zu Biodiesel.

Daneben ist eco-Motion mit einem Partner mehrheitlich an einer
Multifeed-Biodieselanlage in Barcelona beteiligt, deren Kapazität soeben
von 6.000 auf 31.000 Jahrestonnen ausgebaut wurde. Weitere Projekte in
Frankreich, Spanien und Österreich sind mitten in der Planungs- und
Projektierungsphase. Biodiesel soll an diesen neuen Standorten ab 2008
produziert werden. In Dänemark wurde daneben zusammen mit der DAKA
a.m.b.a. soeben der erste Spatenstich zu einer 50.000 t – Multifeed-Anlage
getan. Nach Abschluß dieser Projekte wird die SARIA-Gruppe über ihren
Geschäftsbereich ecoMotion gut 125 Mio. € in die europäische
Biodieselproduktion investiert haben und zusammen mit seinen
Kooperationspartnern über eine Jahreskapazität von rund 450.000
Jahrestonnen verfügen.

Dr. Hermann Niehues: „Diese neue SARIA-Biodieselanlage ist damit ein
weiterer wichtiger Baustein unserer unternehmerischen Ausrichtung. Vor
allem auch REMONDIS sieht ihren Schwerpunkt in der Kreislaufwirtschaft,
d.h. in der energetischen oder stofflichen Verwendung von Materialien, die
früher kostenaufwändig entsorgt werden mussten.“

Niehues beklagte in seiner Rede allerdings, dass sich die
Rahmenbedingungen, unter denen Vorstand und Geschäftsführung seinerzeit
die Entscheidungen zum Bau weiterer Biodieselanlagen getroffen hätten,
leider erheblich zu Ungunsten dieser an sich so positiven Entwicklung
verändert hätten.

Er nannte hier das neue Energiesteuergesetz, das seit dem 1. August
2006 in Kraft ist und die Steuerbegünstigung für Biodiesel stufenweise
aufhebt. Die Verabschiedung des Energiesteuergesetzes sei nicht der von
der Politik vollmundig verkündigte „Einstieg in das
Biokraftstoffzeitalter“. Vielmehr schriebe er für große Teile dieser
jungen Industrie den „Tod auf Raten“ fest.“.

In Bezug auf die neue Anlage in Lünen, die ja in einer Produktionslinie
Fettmethylester (Biokraftstoff aus tierischen Fetten) herstellen wird,
bemerkte Niehues kritisch, dass Deutschland dabei sei, mit dem
Biokraftstoffquotengesetz einen deutschen Sonderweg einzuschlagen.
Tierische Fette sollen, so zumindest das Bestreben eines Teils der
Politik, als Rohstoff für die Produktion von Biodiesel ausgeschlossen
werden.

„Dieser Punkt verdient mehr Beachtung! Und dies nicht, weil er allein
ein gutes Beispiel für die Frage ist, wie wir es mit dem
verfassungsrechtlich geregelten Vertrauensschutz halten. Er wird auch ein
Beispiel dafür sein, welchen Stellenwert wir in Deutschland den
EU-Forderungen nach „Technologie- und Rohstoffoffenheit“ bei der
Biokraftstoffproduktion einräumen.“

„Wollen wir hier“, so Dr. Niehues, „ – ohne sachliche Begründung –
wirklich einen Schritt zurückgehen? Für diesen Fall hätten wir Lünen so
nicht bauen dürfen!“

In seinem Grußwort lobte Minister Uhlenberg das Engagement von SARIA im
Bereich der Biokraftstoffe und äußerte Verständnis für die Kritik des
Unternehmens am Entwurf des Biokraftstoffquotengesetzes. Auch
Nordrhein-Westfalen fordere eine breite Rohstoffbasis für Biotreibstoffe,
die tierische Fette, aber auch importierte Pflanzenöle nicht generell
ausschließen dürfe. Er sprach sich dafür aus, dass die jetzt
vorgeschlagenen Mindestquoten für den Biotreibstoffanteil schon
mittelfristig erhöht werden sollten.

Im Anschluss an die Reden begaben sich die Gäste zur nahegelegenen
Biodieselanlage, wo Geschäftsleitung und die Redner gemeinsam die Anlage
offiziell in Betrieb nahmen. Zwei Tankfahrzeuge verließen daraufhin das
Werk, um ecoMotion-Biodiesel zu den zahlreichen Abnehmern in Deutschland
zu bringen.