Schirmherrschaft zum Christopher Street Day - CSD Stuttgart bedauert Andreas Renners Rücktritt

Schirmherrschaft zum Christopher Street Day - CSD Stuttgart bedauert Andreas Renners Rücktritt

Falsches Signal zur Landtagswahl Wahlkampf auf dem Rücken von Schwulen und Lesben
Der gestrige Rücktritt des baden-württembergischen Arbeits- und Sozialministers Andreas Renner (CDU) stößt innerhalb der IG CSD Stuttgart e.V. auf Unverständnis. ´Dass ein Gespräch aus dem vergangenen Juli und das Grußwort zu einem schwul-lesbischen Event nun Andreas Renners politische Karriere beendet, zeigt ganz deutlich was hier gespielt wird nämlich Wahlkampf mit allen Mitteln´, fasst Christoph Michl, Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart, seinen Unmut zusammen. ´Und das auf Kosten einer ohnehin schon diskriminierten Bevölkerungsgruppe. Andreas Renner hat mit seiner umstrittenen Schirmherrschaft endlich Bewegung in die verkrustete konservative CDU gebracht. Kurzzeitig war ein Hauch von Aufbruch zu spüren´, so der Vorstand. ´Nach seinem Rücktritt ist zu erwarten, dass erneut der Muff der vergangenen Jahrzehnte einkehrt. Leider sind verknöcherte Strukturen und realitätsferne Ansichten nur schwer zu durchbrechen, vorher muss anscheinend ein Minister seinen Hut nehmen. Dies ist mehr als bedauerlich für Baden-Württemberg´.

Die IG CSD Stuttgart e.V. möchte Andreas Renner noch einmal nachdrücklich für die Übernahme der Schirmherrschaft danken. ´Besonders sein Rückgrat, auch heikle Themen anzugehen und zu getroffenen Entscheidungen zu stehen, rechnen wir ihm hoch an´, so Michl. Sicherlich waren einige der Formulierungen, die Andreas Renner hier und da gewählt hat nicht immer ganz glücklich keine Frage. Aber er hat oftmals genau das ausgesprochen, was breite Schichten der Bevölkerung gedacht haben. Für die homosexuelle Bewegung in Baden-Württemberg hat Renner in jedem Fall einen Stein ins Rollen gebracht, der so schnell nicht mehr zu stoppen ist. Dafür danken wir ihm sehr herzlich. Stellvertretend für viele möchten wir uns aber auch bei ihm, seiner Frau und seiner Familie für alle Unannehmlichkeiten, Beleidigungen und Anfeindungen entschuldigen, die mit seiner Schirmherrschaft zum CSD 2005 in Verbindung stehen.

Allen Kritiker soll gesagt sein: Durch den unschönen Wirbel um die Schirmherrschaft und letztendlich durch Andreas Renners Rücktritt werden Schwule und Lesben noch mehr bestärkt, weiterhin für eine offene Gesellschaft auf die Straße zu gehen. Gerade in Baden-Württemberg gilt es, selbstbewusst aufzutreten und für gleiche Rechte von homosexuellen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu kämpfen. ´Dazu bietet der diesjährige Christopher Street Day vom 11. bis 20. August 2006 jede erdenkliche Gelegenheit´, motiviert Christoph Michl zu mehr Akzeptanz im eher als konservativ verschrienen Baden-Württemberg.

Andreas Renner hatte im vergangenen Jahr die Schirmherrschaft des Christopher Street Day (CSD) in der Landeshauptstadt unter dem Motto ´Familie heute´ übernommen. Dafür erhielt er vor allem aus konservativen CDU Kreisen und dem kirchlichen Umfeld immer wieder verbale Prügel. Ein Wortgefecht mit dem katholischen Bischof Gebhard Fürst kostete Andreas Renner jetzt, sieben Monate nach seinem Auftritt auf der CSD Eröffnungsgala, das Amt.

Ãœber die IG CSD Stuttgart e.V.

Die Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V. ist Veranstalter des jährlichen Christopher Street Day (CSD) in der Landeshauptstadt. Der Vereinszweck (VR 6575) ist es, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Minderheiten insbesondere homo-, bisexueller und transgender Menschen aufzuklären. Der Verein verfolgt dies insbesondere dadurch, dass er öffentliche Veranstaltungen, wie die politische CSD Parade durchführt, bei denen die Vielfalt und die vorhandenen Probleme sichtbar gemacht werden. Durch aktive Presse- und Medienarbeit sowie ein ausgefeiltes Werbekonzept macht der CSD lautstark auf sich und seine Klientel aufmerksam immer mit dem Ziel, realistisch und hautnah über die Lebensweisen der homosexuellen Bevölkerung zu informieren und Vorurteile abzubauen. Damit wird nicht nur dem Vereinsziel Rechnung getragen, sondern auch die Landeshauptstadt in ein weltoffenes Licht gerückt. Standortwerbung einmal anders. Im letzten Jahr verfolgten laut Angaben der Stuttgarter Polizei etwa 140.000 Zuschauer die CSD Parade in der Innenstadt. www.csd-stuttgart.de

Pressekontakt: Christoph Michl, Vorstand Gesamtleitung Telefon: +49 179 7868556 E-Mail: presse@csd-stuttgart.de

IG CSD Stuttgart e.V., Weißenburgstr. 28a, 70180 Stuttgart Bildmaterial: Druckfähiges und freigegebenes Bildmaterial zum CSD Stuttgart steht online unter http://www.csd-stuttgart.de/csd2005/html/bilder.html zum Download bereit