Schnappauf: 180 Wanderfalken-Paare brüten wieder in Bayern

Schnappauf: 180 Wanderfalken-Paare brüten wieder in Bayern

+++ Die Rückkehr des Wanderfalken ist einer der größten Erfolge bayerischer Artenschutzarbeit, betonte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf heute in München. Schnappauf: "Zwanzig Jahre nach dem Start des Artenhilfsprogramms 'Wanderfalke' hat der größte heimische Falke die zum Teil über Jahrzehnte verwaisten Mittelgebirge Bayerns wieder besiedelt. Heute brüten wieder etwa 180 Paare in Bayern." Dies sei auch dem Einsatz des Landesbunds für Vogelschutz zu verdanken, so der Minister, der sich mit mehr als 1000 Freiwilligen an Bestandserfassung, Brutplatzkontrollen und Horstbewachung beteiligt hat. Günstig auf die Bestandsentwicklung wirken sich auch Absprachen mit den Sportkletterern aus, die an Naturbrutplätzen einen ausreichenden Bruterfolg und Neuansiedlungen ermöglichen. Der Wanderfalke war dem Minister zufolge über viele Jahre einer der am stärksten gefährdeten Greifvögel der Welt. +++
Der gesamte Bestand der Wanderfalken in Bayern verhält sich positiv - insgesamt sind gegenwärtig 90 Brutpaare außerhalb der Alpen bekannt. Regional ist die Entwicklung aber unterschiedlich: Während z.B. im Bayerischen Wald die Besiedlung stagniert und der Bruterfolg nur sehr gering ist, entwickelt sich der Bestand im nördlichen Frankenjura in den letzten Jahren besonders positiv. So waren laut Schnappauf in 2003 bereits 16 Brutplätze in der Fränkischen und Hersbrucker Schweiz besetzt; 2002 waren es erst 10. Schnappauf: "Franken scheint den Wanderfalken besonders zu behagen. Mit zwei Jungvögeln pro Nest und etwa 80 Prozent erfolgreichen Brutpaaren ist diese Region offensichtlich besonders nachwuchsfreundlich."

Vor 25 Jahren stand der Wanderfalke kurz vor dem Aussterben: Der Bestand sank zwischen 1950 und 1975 von rund 150 Paaren auf 10 bis 15 Paare ab. Diese verbliebenen Paare brüteten in den Bayerischen Alpen und waren neben 30 Paaren auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg das einzig nennenswerte Restvorkommen des Wanderfalken in Deutschland. Nach dem Verbot von schädlichen Bioziden Mitte der 1970er Jahre stiegen die Wanderfalken-Bestände wieder deutlich an: Inzwischen gibt es in Bayern insgesamt wieder 180 Wanderfalken-Paare, deutschlandweit sind es wieder rund 800.

Der Wanderfalke ist der schnellste Greifvogel, er erreicht im Sturzflug über 220 Stundenkilometer. Bei diesem Tempo packt er meist seine Beute nicht, sondern verletzt oder tötet sie durch den Zusammenstoß in der Luft und greift sie dann beim Wiederanflug. Er bewohnt offenes Gelände, sowohl in der Ebene als auch im Gebirge. Besonders bevorzugt werden Felsen, beispielsweise in Steinbrüchen. Er wird bis zu 1,3 Kilogramm schwer.

Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de

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