Schwarzer Tag für den Mittelstand

Schwarzer Tag für den Mittelstand

München, 17.10.2002 (BIHK) Die in der Koalitionsvereinbarung der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen haben nach Ansicht des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) den letzten Funken Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung ausgelöscht. „Von einer Offensive für den Mittelstand, wie vor der Wahl angekündigt, kann nun wirklich nicht mehr die Rede sein“, kritisiert BIHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Dörfler. Die Hauptlast der konzeptionslosen Streichungen und Abgabenerhöhungen müssten vielmehr wieder einmal die kleinen und mittelständischen Betriebe schultern. Bei den steuerlichen Änderungen für Kapitalgesellschaften habe die Bundesregierung offensichtlich übersehen, dass ein Großteil davon, wie zahlreiche GmbHs, Mittelständler seien.Werde die „Giftliste“ des Finanzministers umgesetzt, könnten diese Gesellschaften künftig weder Verluste, die bei Restrukturierungen anfallen, steuerlich nutzen, noch die Finanzierungskosten für eine Beteiligung steuerlich absetzen. „Damit werden Maßnahmen, die gerade in Rezessionsphasen betriebswirtschaftlich nötig wären, bereits im Ansatz erschwert, wenn nicht verhindert“, so Dörfler. Darüber hinaus treffe die geplante Mindeststeuer, die Begrenzung des Verlustvortrages, die schlechteren Abschreibungsbedingungen und die drastische Erhöhung des Pauschalsatzes für die private PKW-Nutzung auch die schon seit Jahren benachteiligten Personengesellschaften. „Die Unterzeichnung dieses Papiers war ein schwarzer Tag für die gesamte mittelständische Wirtschaft“, so Dörfler.