Seehofer: Schwarze Schafe beim Namen nennen

Seehofer: Schwarze Schafe beim Namen nennen

Frankfurt/M., 02.11.2006 Die weiterhin schwelende Gammelfleisch-Debatte kommentiert Horst Seehofer, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in der aktuellen Ausgabe des Grundstein/Säemann, Mitgliederzeitung der IG Bauen-Agrar-Umwelt:Die Lebensmittel in Deutschland seien so hochwertig wie noch nie. Die hohe Qualität gelte auch für deutsches Fleisch. Kein einziger deutscher Landwirt sei an den „Gammelfleisch“- Fällen beteiligt gewesen sei. „Unsere Bäuerinnen und Bauern arbeiten sehr hart dafür, damit wir gesunde, hochwertige Lebensmittel kaufen können. Deswegen dürfen wir es nicht zulassen, dass ein paar schwarze Schafe den guten Ruf unserer Lebensmittel im In- und Ausland ankratzen“. Mit dem Verbraucherinformationsgesetz sei gerade ein entscheidender Schritt getan, um raffgierigen Geschäftemachern ihr Handwerk so schwer wie möglich zu machen.
„Ich persönlich bin der Meinung, dass über das Straf- und Ordnungsrecht hinaus die öffentliche Namensnennung desjenigen, der gegen das Lebensmittelrecht verstößt, eine starke abschreckende Wirkung hat“, fordert der ehemalige Gesundheitsminister. Darüber hinaus müssten wir die Strukturen unserer Lebensmittelüberwachung in Deutschland grundlegend verbessern. Konkret schlägt er den Aufbau eines bundesweiten Qualitätsmanagements, Vier-Augen- Kontrollen und Rotationssysteme beim Kontrollpersonal vor, darüberhinaus ein nationales Frühwarnsystem.
Wenn es um die Gesundheit und Sicherheit von Menschen geht, sei die produktive Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern gefragt unter Wahrung der verfassungsmäßigen Kompetenzen der Länder. Seehofer kündigte an, gemeinsam und zügig schlagkräftige Lösungen zu erarbeiten. Denn Verbraucherschutz und Qualität der Lebensmittel seien zwei Seiten derselben Medaille.