So bauen Sie richtig

Das Eigenheim liegt weiterhin im Trend

Rund  80% der Deutschen wünschen sich ein Eigenheim und Jahr für Jahr kommen Hunderttausende diesem Wunsch ein Stückchen näher. Gerade in wirtschaftlich ungewissen Zeiten sind die eigenen vier Wände eine sichere Investition in die Zukunft. Doch vom Finden des passenden Grundstücks, über die Auswahl des Häusertyps und der Gestaltung, bis hin zur Verpflichtung eines Bauunternehmens gibt es noch viel zu tun. Vom Ausheben der Baugrube über den ersten Stein bis hin zum Richtfest muss viel harte und präzise Arbeit geleistet werden. Es müssen viele Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Die gedankliche Vorbereitung und die Kostenfrage

Der erste und zugleich einer der wichtigsten Schritte ist die gedankliche Vorbereitung. Setzen Sie sich mit Ihrer Familie zusammen und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie sich Ihr Traumhaus vorstellen. Wie viele Quadratmeter wünschen Sie sich? Sollte das Haus eher geräumig sein oder genügen auch wenige kleinere Zimmer? Planen Sie mit ein, dass Ihre Familie eventuell noch wachsen wird.

Nicht zu vernachlässigen ist dabei die finanzielle Frage. Unterschätzen Sie die Kosten eines Hausbaus nicht und rechnen Sie zu der großzügig bemessenen Summe, die Sie monatlich zum Leben brauchen, auch einen gewissen Betrag für unvorhergesehene Ausgaben mit ein. Schließlich kann das eine oder andere Detail immer mal etwas mehr kosten. Womöglich geben Sie auch für die Inneneinrichtung etwas mehr Geld aus, als Sie dachten, denn Sie möchten sich ja schließlich auch wohl fühlen und Ihren eigenen Stil in Ihrem Haus ausleben können.

Sparen mit Eigenleistungen

Sparen hingegen können Sie, wenn Sie einige Leistungen in Eigenarbeit erbringen. Seien Sie dabei unbedingt ehrlich und übernehmen Sie keine Arbeiten, die Sie oder hilfsbereite Freunde oder Familienmitglieder nicht wirklich professionell ausführen können. Denn wenn am Ende kurzfristig Handwerker engagiert werden müssen, kann das teurer werden, als die Leistungen gleich mit dem Bauunternehmen zu vereinbaren.

Ein schönes Grundstück finden

Bevor Sie sich nach einem Anbieter für Ihren Neubau umsehen, gilt es, sich auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück zu machen. Das Grundstück sollte günstig gelegen sein, wenn möglich nicht zu weit vom Arbeitsplatz oder der Schule der Kinder entfernt. Achten Sie auch darauf, ob es eventuell Einschränkungen bezüglich der Bebaubarkeit gibt. Besuchen Sie das Grundstück an verschiedenen Tagen und Zeiten, um sich davon zu überzeugen, dass es wirklich ruhig gelegen ist und dass Ihnen die Wohngegend und das Umfeld gefallen.

Die Auswahl des richtigen Anbieters

Viel Zeit investieren sollten Sie in die Auswahl des passenden Hausanbieters. Auf dem Markt gibt es eine Fülle von Angeboten und erst bei näherer Betrachtung können Sie feststellen, wo Sie wirklich die beste Qualität für Ihr Geld bekommen. Achten Sie auf die Kompetenz und Erfahrung des Unternehmens, auf die Baumaterialien und auf den Gesamteindruck des Unternehmens. Hilfe bei der Prüfung der Angebote können Sie auch von einem Architekten oder Gutachter erhalten. Fragen Sie auch ruhig einmal bei Freunden oder Bekannten nach, die bereits gebaut haben. Hat jemand gute Erfahrungen gemacht und kann das Bauunternehmen, mit dem er zusammen gearbeitet hat, vorbehaltlos weiter empfehlen?

Die Rolle des Architekten

Mit einem Architekten sollten Sie sowieso zusammen arbeiten. Er wird Ihnen helfen, einen Grundriss zu finden, der Ihren Vorstellungen entspricht. Die Zimmer sollten so gestaltet werden, dass sich alle zukünftigen Bewohner des Hauses gut darin aufgehoben fühlen. Menschen, die eine Rückzugsmöglichkeit brauchen, bevorzugen eher die klassische Variante der einzelnen, verschließbaren Räume. Andere schwärmen von einem offenen Haus. Was wäre Ihnen lieber?

Außerdem sollte die Größe der einzelnen Zimmer ausreichend für den jeweiligen Zweck sein. Wenn Sie beispielsweise viele Gäste empfangen, ist ein großes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer ideal. Wenn Sie ein Arbeitszimmer brauchen, sollte auch dieses nicht zu klein sein. Das Gästezimmer kann dagegen etwas knapper bemessen sein, ebenso wie vielleicht ein zweites Badezimmer. Die Aufteilung der Räume untereinander sollte praktisch und logisch sein, zum Beispiel sollte die Küche ans Esszimmer grenzen, das Badezimmer ans Schlafzimmer usw.

Doch die Findung des perfekten Grundrisses ist bei Weitem nicht die einzige Aufgabe eines Architekten. Er wird ebenfalls die Fachplanungen koordinieren, den Kontakt mit den ausführenden Unternehmen und Handwerkern herstellen, den Bau überwachen, den Überblick über die Kosten bewahren und sich von der Qualität der Bauleistungen überzeugen.

Individuelle Gestaltung

Auch Sonderwünsche kann der Architekt oder die Architektin Ihnen erfüllen. Egal, ob Sie einen besonders ausgefallenen Grundriss haben möchten, ein großes Dachfenster, durch das Sie vom Schlafzimmer aus den Sternenhimmel sehen können, einen kleinen Balkon am Arbeitszimmer, ein romantisches Fachwerkhaus, eine eigene Wellness-Oase im Badezimmer, eine Fassade, wie Sie sonst keiner hat... besprechen Sie Ihre Wünsche mit einem qualifizierten Architekten und er wird für Sie Entwürfe nach Ihren Vorstellungen anfertigen und Sie darüber beraten, welche Ideen auf welche Weise ausgeführt werden können und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Haustechnik und Energieversorgung

Als nächster Punkt steht die Haustechnik auf dem Plan. Dazu zählt die Versorgung mit Strom, Wasser sowie Wärme. In diesen Bereich fallen auch mögliche alternative Energien. Möchten Sie Ihr Haus mit Solarzellen ausstatten lassen und mit der gewonnenen Energie einen Teil des Brauchwassers erwärmen? Soll eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eingebaut werden oder ein Ofen, der mit Holzbriketts beheizt wird? Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber, auf welche Weise Sie Ihr neues Haus mit Energie versorgen möchten.

Erneuerbare Energien

Die Investition in erneuerbare Energien lohnt sich – nicht nur, weil die Kreditbank für Wiederaufbau attraktive Finanzierungsangebote und Erstattungen bereit hält, sondern auch, weil Sie später Energiekosten einsparen können, wenn Sie jetzt in die richtigen Technologien investieren. Ein Aspekt, der bei der Energieversorgung nicht vernachlässigt werden sollte, ist die Energiebilanz des Gebäudes insgesamt. Durch ausgereifte Dämmungstechniken und die Verwendung geeigneter Baustoffe verbrauchen gut geplante Häuser heute insgesamt viel weniger Energie als noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten.

Ökologisch bauen

Generell wird vielen Bauherren eine nachhaltige, ökologische Bauweise immer wichtiger. Beim sogenannten grünen Bauen wird darauf geachtet, dass sich das Haus in einen natürlichen Stoffkreislauf eingliedert. Bei der Findung des Standorts werden nicht nur die Infrastruktur und die Verkehrserschließung, sondern auch der Landschaftsschutz berücksichtigt. Es werden weitgehend Baustoffe verwendet, die auf umweltverträgliche Weise gewonnen, genutzt und entsorgt werden können, vorzugsweise lokale, biologisch abbaubare Baustoffe. Vermieden werden Stoffe, die toxisch oder aus baubiologischer Sicht bedenklich sind. So können Giftstoffe in den eigenen vier Wänden reduziert werden.

Die Bauphysik und die technische Ausrüstung des Gebäudes sorgen für einen niedrigen Energieverbrauch. Die versiegelte Fläche wird so klein wie möglich gehalten und oft wird das Haus begrünt. In vielen Fällen wird eine sehr effiziente Entwässerungstechnik eingesetzt, bei der beispielsweise das Brauchwasser erneut zur Gartenbewässerung verwendet wird. Die ökologische Bauweise hat also nicht nur Vorteile für die Umwelt, sondern lohnt sich auch für den Geldbeutel und die Gesundheit.

Ausstattung mit Stil und Persönlichkeit

Bei der Ausstattung Ihres Hauses können Sie Ihren persönlichen Geschmack und Ihre eigenen Ideen mit einfließen lassen. Möchten Sie lieber schlichte oder edle Fliesen in Küche und Bad? Wünschen Sie sich eine Holzvertäfelung an der Decke oder Fensterbretter aus echtem Marmor? Welche Küchenausstattung ist die schönste? Die Klärung dieser Fragen bereitet den meisten Bauherren viel Freude, weil so das Haus vor ihrem inneren Auge immer mehr und mehr Gestalt annimmt. Wer sich eine Vorschau auf das Haus gönnen und verschiedene Ideen „live“ ausprobieren möchte, kann sich eine der vielen speziellen Softwareanwendungen holen, die zu diesem Zweck erhältlich sind.

Die verschiedenen Finanzierungsarten

Wenn Ihnen Ihr Architekt oder Bauplaner einen ersten Kostenpunkt vorlegen kann, wird es Zeit, sich konkret mit der Finanzierung des Hauses zu beschäftigen. Im Internet können Sie auf einen Blick die unterschiedlichen Finanzierungsangebote miteinander vergleichen. Behalten Sie versteckte Nebenkosten im Auge, beispielsweise Bereitstellungszinsen und vergewissern Sie sich, dass keine Einschränkungen vorliegen, die Ihr Bauvorhaben behindern können, wie zum Beispiel Beleihungsgrenzen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten zur Finanzierung eines Hausbaus: Zum einen ist das die Hypothek und zum anderen das Bauspardarlehen. Für letzteres spricht eine viel schnellere Entschuldung, da die Tilgungshöhe für gewöhnlich bei 7 Prozent pro Jahr liegt. So können auch die Finanzierungskosten insgesamt gesenkt werden. Der Vorteil einer Hypothek sind die niedrigen Zinsen und die mäßige Höhe der Tilgung, die in den meisten Fällen bei jährlich 1% der Gesamtsumme liegt. So hält sich die monatlich Belastung in Grenzen. Empfehlenswert ist eine ausgewogene Mischung aus beiden Finanzierungsarten.

Der Bau beginnt

Nun ist es soweit. Der wohl spannendste Teil, der eigentliche Bau Ihres Hauses, beginnt. Nach und nach werden die Außenwände, die Innenwände und schließlich die Geschossdecke errichtet. Dann folgt der Dachstuhl, die Fenster und Türen es werden die Kabel zur Energie- und Stromversorgung verlegt, die Heizungs- und Sanitäranlagen werden installiert, der Estrich wird verlegt und der Innenputz aufgebracht, es wird gefliest und gemalert... Das sind grob gefasst die Schritte, die von teils aus mehr aus zwanzig verschiedenen Gewerken ausgeführt werden.

Qualitätssicherung

Selbst, wenn Sie sich als Bauherr oder Baufrau schlau machen und sich einiges an Fachwissen anlesen, so also ist es doch ratsam, sich Unterstützung von einem unabhängigen Baubetreuer oder Bauberater zu holen. Dieser wird darauf achten, dass alle am Bau beteiligten Handwerker ihre Aufgaben gewissenhaft und professionell erfüllen. Im Streitfall wird er darüber hinaus Ihre Interessen vertreten und dafür sorgen, dass Sie sich gegen die Handwerksfirmen durchsetzen können.

So bleiben Kosten und Zeitpläne im Rahmen

Ganz wichtig ist es, vor Baubeginn jedes noch so winzige Details zu planen, damit die veranschlagten Kosten nicht übers Ufer schlagen. Wenn genau bekannt ist, was geleistet werden muss, können Sie oder Ihr Architekt mit den Handwerksfirmen präzise Verträge aushandeln, in denen alle Kosten konkret festgelegt sind. So warten unterm Strich keine bösen Überraschungen auf Sie. Unbedingt in den Vertrag aufgenommen werden sollten auch feste Termine. Kommt es zur Überschreitung dieser Termine, müssen die ausführenden Unternehmen mit einer Vertragsstrafe rechnen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Haus zum geplanten Zeitpunkt fertig wird.

Erst prüfen, dann abnehmen

Wenn der Bau Ihres Hauses abgeschlossen ist, steht noch ein letzter wichtiger Termin an: die Abnahme. Vor diesem Termin ist der Bauunternehmer verpflichtet dazu, Ihnen zu beweisen, dass die er die vertraglich vereinbarte Leistung ordnungsgemäß erbracht hat. Wir empfehlen Ihnen, die Abnahme gemeinsam mit einem Experten durchzuführen, der sich vor Ort davon überzeugen kann, dass keine Mängel am Bau vorliegen. Denn wenn die Abnahme erst einmal erfolgt ist, haben Sie die Leistungen des Bauunternehmens als „im Wesentlichen vertragsgerecht“ anerkannt. Lassen Sie also ein Abnahmeprotokoll anfertigen, in dem sämtliche Beanstandungen festgehalten werden. Günstig ist es, bis zur erfolgten Abnahme einen Teil des Gesamthonorars - ungefähr 5% - einzubehalten, um im Bedarfsfall eine fristgerechte Nachbesserung sicherzustellen.

Sollten zu einem späteren Zeitpunkt noch Mängel auftreten, reklamieren Sie diese stets sofort und auf sicherem Postweg, also per Einschreiben mit Rückschein, um Ihre Ansprüche nicht zu verlieren.  Alle Mängel sollten innerhalb einer angemessenen Nachbesserungsfrist behoben werden.

Koffer packen

Lange haben Sie auf diesen Moment gewartet, unglaublich viel Zeit, Geld und manchmal auch Sorgen hat es gekostet, doch nun steht es: Ihr Eigenheim. Auch der Umzug, der nun bevorsteht, sollte gut geplant werden. Engagieren Sie fachmännische Umzugshelfer, damit Ihr Hab und Gut heil im neuen Haus ankommt und es nicht zu Schäden am frisch fertig gestellten Heim kommt. Wenn schließlich der letzte Umzugskarton ausgepackt und das letzte Bild an die Wand gehängt wurde, sehen Sie sich um, in Ihren eigenen vier Wänden, Ihrem ganzen Stolz, und leben Sie sich gut ein.

Fazit

Der Bau eines Hauses ist einer der wichtigsten Schritte im Leben. Nicht nur Sie werden in Ihrem neuen Haus lange und hoffentlich glücklich leben, sondern oft auch noch Ihre Nachkommen, viele Generationen lang. Darum sollten Sie vom ersten Gedanken an Ihr Haus an sorgfältig vorgehen, alle Entscheidungen mit Bedacht fällen und nicht an den falschen Stellen sparen. Damit Ihr Haus langfristig Ihre Ansprüche und Wünsche erfüllt und ein Haus wird, in dem Sie und Ihre Familie sich wirklich wohl fühlen.

Weitere Infos z.b. auf: Informationen zur Baufinanzierung