Soziale Skulptur aus Beton

Soziale Skulptur aus Beton

Drache von Besigheim

Selten wird so intensiv mit Material gearbeitet wie in der Bildhauerei. In Besigheim ist eine zwölf Meter lange Skulptur aus Beton entstanden, die Kinder und Jugendliche der Friedrich-Schelling-Schule noch lange an den kreativen Umgang mit dem vielseitigen Baustoff erinnern wird.Der „Drache von Besigheim“ (www.drachevonbesigheim.de) so will es die Geschichte hat sich sozusagen als willkommener Dauergast auf der breiten Schulhoftreppe niedergelassen. Zum Schuljahresbeginn wird das friedliche Fabeltier erstmals enthüllt und bei einem festlichen Event der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die beeindruckende Betonskulptur ist Bestandteil eines umfassenden Konzeptes zur Neugestaltung der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Diese wird mit staatlichen Fördergeldern des Investitionsprogramms Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) und von lokalen Spendern finanziert. Der expressive Drache, der sich nun als ausgeprägte Gestalt durch den schwäbischen Schulhof schlängelt, ist im Rahmen einer wochenlangen künstlerischen Aktion entstanden und geht auf die Konzeption des freien Architekten und Künstlers Thomas Grabert zurück.

Das beispielhafte Projekt fördert die Identifikation der Kinder mit der eigenen Schule und trägt so zur Motivation der Schüler bei. Denn schulische Leistung hängt nicht allein von der praktizierten Pädagogik ab. Auch die räumliche Aufenthaltsqualität im und um das Schulgebäude herum und nicht zuletzt eine positiv erfahrene Gemeinschaft tragen zum Gelingen bei.

Zusammen mit einem Team um Landschaftsplaner Christoph Schulz, vielen Kindern, Eltern und Beschäftigten der Schule realisierte Grabert während der Sommerferien 2006 den phantasievollen Entwurf als bewusste, künstlerisch- soziale Arbeit.

Zunächst wurde der riesige Rohkörper aus Beton mit Rumpf und Gliedmaßen auf einem Fundament aus Schotter platziert. Wie bei einem Bauwerk bilden Eisenstäbe die Bewehrung. Mit Hasengittern begrenzten die Beteiligten die äußere Form der Skulptur, für die neun Kubikmeter Beton mit bis zu 22 Millimeter Körnung vor Ort verarbeitet wurden. Als Lieferant und Sponsor beteiligte sich Firma Fink, Schotterwerk und Betonwerk aus Bietigheim-Bissingen an der ungewöhnlichen Bauaufgabe. Der ausdrucksvolle Drachenkopf war vorab im Detail in der Werkstatt modelliert und durch eine traditionelle Negativform aus fünf Teilstücken im Schulhof zusammengesetzt und ebenfalls mit Beton ausgegossen worden. Innerhalb einer Ferienwoche war der komplette Rohkörper fertig aufgebaut.

Rund einen Tag Zeit bot der eingesetzte Verzögerer allen Beteiligten für die kreative Modellierphase der fertigen Grundform. Zur manuellen Glättung der äußersten Schicht wählten die Künstler Beton mit hohem Zementanteil. Abschließend wurden in einem letzten, zwei- bis dreiwöchigen Arbeitsgang die Hautschuppen des Tieres von vielen kleinen und großen Künstlern mit einem Mosaik aus Naturstein, Steinscherben und farbigen Glaspailletten ausgebildet.
In Besigheim machten die Kinder positive Erfahrungen mit der eigenen künstlerischen Arbeit. Sie erfuhren den Baustoff Beton auf neue Weise. Wie bei dieser Aktion entwickeln Künstler vielerorts Skulpturen und Objekte aus Beton. Je nach gestalterischem Ausdruck können sie naturbelassen, bearbeitet, bemalt oder mit bunten Materialien kombiniert werden. Mehr Informationen zum Thema Kunst und Beton finden Sie unter www.beton.org