Spannbeton

Unter Spannbeton versteht man eine Art des Stahlbetons, der über zusätzliche äußere Längskraft verfügt.

Dazu bringt man aus hochfestem Spannstahl bestehende, gespannte Stahleinlagen auf. Diese Vorspannung unterscheidet den Spannbeton also vom Stahlbeton. Die gedehnten Spannglieder stützen sich auf den Beton ab, was ihnen durch den Verbund mit dem Beton oder ihre Anker möglich ist. Das ist von Vorteil, da der Beton so eine Druckbelastung bekommt. Sind die Spannglieder gekrümmt oder geknickt geführt, können zudem Umlenkkräfte entstehen. Durch die Belastung des Bauteils mit der Vorspannung wird erreicht, dass das Bauteil, wenn es mit äußeren Einflüssen überlagert wird, keine oder lediglich geringe Betonzugspannungen aufweist. Die Haupteinsatzzwecke des Spannbetons sind im Bau von Behältern und Brücken, und bei Bindern, Flachdecken und Hohldielen im Hochbau.

Spannbeton wurde Ende des 19. Jahrhundert erfunden. Vorgeschlagen wurden Vorspannungen bei Beton erstmals von dem US-Amerikaner Jackson. Der Berlin W. Döhring reichte zwei Jahre später ein Patent ein, das Risse im Spannbrett von gespannten Drahteinlagen minimieren sollte. Experimentiert wurde zum ersten Mal zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Stuttgart mit dem neuen Verfahren. Bis zu den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts reifte das Verfahren weiter aus und es wurden erste Bauwerke unter Verwendung von Spannbeton errichtet.

Früher sind Gebäude aus Spannbeton manchmal eingestürzt oder mussten abgerissen oder aufwendig instandgesetzt werden. Zum Glück ist heute das nötige technische Wissen vorhanden, um derartige Gefahren zu vermeiden. Man verwendet beispielsweise beim Bau von Brücken eine externe Vorspannung, die ausgetauscht werden kann. Diese sorgt für noch robustere Spannbetonbauteile, deren Lebensdauer somit noch weiter steigt. Ein wichtiges Verfahren ist darüber hinaus die sogenannte Spannndrahtbruchortung. Mit Hilfe dieses Vorgangs kann man Risse in den Spannstählen bereits errichteter Bauwerke identifizieren.