Spannbetonstahl

Spannbetonstahl, auch bekannt unter dem Namen Spannstahl, ist ein hochfester Stahl, den man im Spannbetonbau hauptsächlich zum Vorspannen benutzt.

In der Regel handelt es sich bei Spannbetonstahl um einen unlegierten Stahl. Da er über sehr hohe Festigkeitswerte verfügt, kann mit ihm der Stahl beim Vorspannen elastisch stark gedehnt werden. So gibt es im Spannbetonbau geringere Verluste der Spannkraft aufgrund des Schwindens und Kriechens des Betons, was wiederum zu einer Verringerung der Vordehnung und zum Abbau der anfänglichen Vorspannkraft führt.

Man bezeichnet Spannbetonstähle anhand ihrer Festigkeit. Die deutsche Bezeichnung lautet St, was für Streckgrenze steht, danach wird der Nennwert der Zugfestigkeit angegeben. Europaweit benutzt man die Abkürzung Y für die Zugfestigkeit. In Deutschland ist für Spannbetonstähle eine bauaufsichtliche Zulassung erforderlich.

Es gibt diverse Festigkeiten und Erzeugnisformen von Vorspannstahl. Bei uns benutzt man beispielsweise vergütete, runde Drähte, die entweder gerippt oder glatt sein können, und einen Durchmesser zwischen 5,2 und 14 mm haben. Man erhält die gewünschten Eigenschaften dieser Erzeugnisform, indem man während der Vergütung einen leicht legierten, warmgewalzten Draht einer aus mehreren Stufen bestehenden Wärmebehandlung unterzieht. Eine weitere Form des Spannbetonstahl sind kaltgezogene, runde Drähte, die profiliert oder glatt sein können, und über einen Durchmesser zwischen 4 und 12,2 mm verfügen. Diese Eigenschaften erhält der Stahl mit Hilfe eines Mehrfachziehvorgangs. Auch warmgewalzte, glatte Stäbe sind verfügbar. Sie können mit Gewinderippen oder einem Gewinde versehen sein und verfügen über einen Durchmesser von 26 mm bis 40 mm. Am bekanntesten ist die Spanndrahtlitzt. Sie setzt sich aus 3 oder 7 runden, verseilten, kaltgezogenen Einzeldrähten zusammen, deren Durchmesser zwischen 6,9 mm und 18,3 mm liegt.