Spezialisten diskutieren Offshore-Entwicklung in der Nordsee

Spezialisten diskutieren Offshore-Entwicklung in der Nordsee
- Fortsetzung Business-Exchange: deutsche Unternehmer zu Gast in den
Niederlanden

Bremerhaven (iwr-pressedienst) - 40 Unternehmen und Institute aus
Deutschland informierten sich während der dreitägigen Studienreise in die
Niederlande über den Status Quo der dortigen Offshore-Entwicklung. Auf
niederländischer Seite nahmen über 20 Firmenvertreter am
Offshore-Erfahrungsaustausch in der Hafenstadt IJmuiden teil. Holländer
Chris Westra, Geschäftsführer des Offshore-Technologiekonsortiums We@Sea,
dokumentierte die Ausgangssituation sowie aktuelle Entwicklung der
niederländischen Offshore-Windenergie. Regionale Offshore-Unternehmen, die
am Bau des ersten niederländischen Offshore-Windparks „Egmond aan Zee“
beteiligt waren und das neue Projekt „Q7“ derzeit realisieren, stellten
vor Ort ihre Erfahrungen und Unternehmenskompetenzen vor. Neben
Fachgesprächen unterstrich die Schifffahrt zum Offshore-Windpark „Egmond
aan Zee“ selbst bei Windstärke fünf das große Potential der
Offshore-Windergietechnologie zur effektiven Energieerzeugung. Im
Anschluss besichtigten die Teilnehmer das Windturbinen Testfeld des
Energie Forschungszentrums ECN am Wieringermeer. Der von der
Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen e.V. (WAB) organisierte
Business-Exchange fand vom 11. bis zum 13. April 2007 statt und bot, nach
Dänemark und Großbritannien, bereits zum dritten Mal die Gelegenheit zum
Erfahrungsaustausch über realisierte Offshore-Projekte. Steffen
Schleicher, WAB-Projektleiter Offshore, betonte die Zielrichtung der
Veranstaltung: „Der Besuch in den Niederlanden einschließlich dem damit
verbundenen Know-how-Transfer stärkt deutsche Unternehmen und Behörden,
zügig aber mit hoher Qualität an der Umsetzung der ambitionierten
deutschen Offshore-Windenergie Projekte zu arbeiten.“

„Egmond aan Zee“ liegt 10 bis 18 Kilometer vor der Küste von IJmuiden
und verfügt mit seinen 36 Turbinen des Typs Vestas V90 über eine
Gesamtleistung von 108 Megawatt (MW). Die Stromeinspeisung erfolgt seit
Ende 2006 - mit der jährlich erzeugten Energie lassen sich etwa 100.000
niederländische Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen. Das
Projekt „Q7“ befindet sich etwa 23 Kilometer vor der niederländischen
Küste. Es umfasst 60 Windenergieanlagen des Typs Vestas V80 mit einer
Gesamtleistung von 120 MW und speist voraussichtlich Ende 2007 erstmals
Energie in das öffentliche niederländische Netz. Die Vergütung von
Offshore-Windenergie stand ebenfalls auf der Agenda: Niederländische
Offshore-Projekte erhalten 9,7 Cent je Kilowattstunde über eine Laufzeit
von zehn Jahren sowie den Erlös von derzeit etwa 4 bis 6 Cent je
Kilowattstunde aus dem Verkauf der erzeugten Energie auf dem Strommarkt.
Dieses Vergütungssystem berücksichtigt dabei das frühe Entwicklungsstadium
der Offshore-Windenergie. So bietet es eine deutlich höhere Vergütung über
die genannte Laufzeit, die im Vergleich zum deutschen Einspeisegesetz, nur
die Hälfte beträgt. Allerdings sorgt in Deutschland die neue Regelung, vom
November 2006 für den Netzanschluss der Offshore-Windparks durch die
Netzbetreiber, für eine Aufbruchstimmung bei den deutschen
Offshore-Projekten.

Mark Chanine von den Norddeutschen Seekabelwerken unterstrich: „Es war
sehr informativ bei dieser Studienreise über das niederländische Vorgehen
aus erster Hand zu erfahren. Vor allem die Flexibilität mit der die
Regierung und Projektentwickler die Herausforderung gemeinsam angehen, hat
den Bau der Projekte offensichtlich stark beschleunigt.“ Unter dem
Konferenz Titel „windstärke07 – kurs offshore“ bietet die WAB am 13. und
14. Juni 2007 in Bremerhaven Offshore-Experten erneut ein Fachforum zu
aktuellen Themen, wie Netzanbindung von Offshore-Windenergie, an.
WAB-Mitglied Chanine setzt mit seinem Vortrag als Hersteller von Seekabeln
hierzu Impulse. Informationen zur Konferenz finden sich unter
http://www.windenergie-agentur.de.

Bremerhaven, den 16. April 2007