Staatssekretär Dr. Griese eröffnet Verarbeitungskampagne für Streuobst 1996

Staatssekretär Dr. Griese eröffnet Verarbeitungskampagne für Streuobst 1996

Das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft teilt mit:

Der Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft, Dr. Thomas Griese, hat im Rahmen einer Besichtigung der Obstkelterei van Nahmen in Hamminkeln die Verarbeitungskampagne für nordrhein-westfälisches Streuobst 1996 eröffnet. "Streuobstwiesen sind nicht nur ein wertvoller Lebensraum für den Naturschutz, sie dienen auch der Erhaltung typischer Ortsbilder in vielen Regionen unseres Landes", betont Staatssekretär Dr. Griese. Erhaltung und Pflege von Streuobstbeständen sei auch von wirtschaftlicher Bedeutung, denn aus ihnen würden hochwertige Fruchtsäfte hergestellt.

Apfelsäfte von nordrhein-westfälischen Streuobstwiesen sind immer "Direktsäfte", die direkt aus der Frucht und nicht aus Konzentrat hergestellt werden. Die erntefrisch verarbeiteten Früchte aus heimischer Erzeugung sind weder gespritzt noch gedüngt.

Zur Sicherung dieser Qualität werden Liefer- und Abnahmeverträge für Mostäpfel von Hochstamm-Obstwiesen direkt mit den Erzeugern geschlossen. Für dieses Obst wird ein ca. 30-40 % höherer Marktpreis im Vergleich zu konventionell erzeugten Mostäpfeln erzielt. Die hohe Qualität der Säfte wird durch Kontrollen vor Ort beim Erzeuger und durch Kontrollen während der Verarbeitung gesichert. Erst der wirtschaftliche Anreiz mit der Verarbeitung der Ernte schaffe eine echte Verbindung zwischen Ökonomie und Ökologie. Ohne einen Anreiz zur Beerntung der Wiesen sei eine dauerhafte Pflege dieser überwiegend alten und landestypischen Obstsor-ten kaum möglich, so Staatssekretär Dr. Griese.

Der Staatssekretär unterstrich die Bemühungen des Landes Nordrhein-Westfalen, neue Streuobstwiesenflächen zu schaffen und deren Pflege langfristig zu sichern: "Allein in den vergangenen vier Jahren wurde die Pflege bestehender und die Anpflanzung neuer Hochstamm-Obstwiesen mit rd. 2,5 Millionen DM gefördert. Auch in Zukunft wollen wir den Anbau dieser alten Obstsorten mit Landesmitteln unterstützen".

Streuobstwiesen sind auch aus ökologischer Sicht wertvoll: Sie schaffen Lebensräume für Singvögel und Bienen, aber auch für seltene, gefährdete Tiere wie Fledermaus, Grünspecht oder Steinkautz, die gerne in den typischen Baumhöhlen der Apfelhochstämme brüten. Neben dem vielfältigen Nutzen für Ökonomie und Ökologie prägen Streuobstwiesen in vielen Regionen Nordrhein-Westfalens auch das Landschafts- und Ortsbild.

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