Bei Stahlbeton handelt es sich um einen Verbundwerkstoff.
Dies ist ein Werkstoff, der aus zwei oder mehreren verbundenen Materialien besteht. Beim Stahlbeton sind diese Materialien Beton und Bewehrungsstahl. Bewehrungsstahl hat die Rolle der Verstärkung in Stahlbetonbauteilen und wird in die Schalung einbetoniert. Die Verbindung der beiden Komponenten entsteht, indem das Bindemittel vom Beton, Zement, und die Rippung des Bewehrungsstahls miteinander verklebt werden. Damit wird die hohe Druckfestigkeit von Beton mit der Zugfestigkeit von Stahl kombiniert. Mit dem Stahl wird bei einem Bau also für die nötige Bewehrung gesorgt und gleichzeitig benutzt man auch die Druckfestigkeit von Beton. Stahlbeton wurde zum wichtigsten Baustoff in Deutschland. Wenn bei einem Bauteil Zugspannungen auftreten, muss man auf Stahlbeton zurückgreifen. Bei der Verwendung von normalem Beton kann es sonst zum Versagen der Gesamttragfähigkeit kommen.
Wenn genügend Stahlbeton verwendet wird, hält dieses auch gegen sehr starke Einwirkungen stand. Deshalb ist Stahlbeton beispielsweise ideal geeignet für Bunker. Zudem ist Stahlbeton nicht brennbar und hat einen sehr hohen Widerstand gegen Feuer. Der Nachteil von Stahlbeton besteht darin, dass Beton sehr schwer ist und deswegen mehr Stahl eingesetzt werden muss. Dieses Eigengewicht des Betons wird als tote Last bezeichnet. Wird zu wenig Stahl verwendet, kann es zu großen Verformungen kommen. Stahlbeton wird bei Decken oder Bodenplatten verwendet. Eingesetzt wird dies auch bei Brückenpfeilern oder Stützwänden. Also bei allen Bauteilen, die starken Belastungen standhalten müssen. Erstmals wurde Beton zusammen mit Stahleinlagen vor gut 150 Jahren in Frankreich verwendet. Diese Technik wurde immer weiter verbessert durch Versuche und Variationen mit anderen Baustoffen. Seit 1940 ist diese Art des künstlichen Baustoffs unter dem Namen Stahlbeton bekannt. Es ist möglich, dass sich bei Bauteilen aus Stahlbeton Risse bilden, diese sind jedoch meist kein Mangel. Dies kann sogar durch das Tragverhalten ausgelöst werden. Damit der Bewehrungsstahl an den Zugzonen aktiv sein kann, muss der Beton an anderen Stellen aufreißen, damit die für den Zug notwendigen Verformungen auftreten können. Diese Risse sind deshalb auch zulässig, wenn sie nicht zu groß werden.
Man kann verhindern, dass sich die Risse vergrößern, indem neue Bewehrungen eingelegt werden. Dadurch wird erzielt, dass sich keine großen und breiten Risse bilden, sondern sehr schmale, die ungefährlich sind. Der Stahlbeton besteht nicht nur aus Beton und eingebautem Stahl, sondern es gibt noch weitere Bauelemente, die Einbauteile genannt werden. Diese sind dazu da, dass weitere Bauelemente am Bauteil aus Stahlbeton befestigt werden können. Hierbei kann es sich beispielsweise um eine Stahlkonstruktion handeln.


