Stahlbeton

Stahlbeton ist ein künstlicher Baustoff, welcher sich aus Bewehrungsstahl und Beton zusammensetzt.

Die beiden Komponenten verbinden sich, indem sich Zement als Bindemittel mit der Rippung vom Bewehrungsstahl verbindet. Auch an der Verbindung beteiligt ist die Reibung zwischen Beton und Stahl, also der sogenannte Reibungsverbund. Wenn Beton unbewehrt ist, kann er keiner hohen Zugbeanspruchung standhalten, denn er ist so spröde, dass sich sofort Risse bilden. Daher versieht man den Beton an jenen Stellen, an denen er zugbeansprucht wird, mit einbetoniertem Bewehrungsstahl. Zur Verhinderung einer eventuellen Korrosion ist es zudem möglich, den Betonstahl mit einer Epoxidbeschichtung oder Feuerverzinkung zu versehen. Eine Karbonatisierung ist ebenfalls machbar, und wird unter anderem zum Bau von Brücken angewendet. Für diese Verfahren ist eine bauaufsichtliche Zulassung erforderlich.

Allein in Deutschland werden pro Jahr 100 Millionen Kubikmeter Stahlbeton verbaut, was das Material zum wichtigsten Baustoff des Landes macht. Eingesetzt wird Stahlbeton im Stahlbetonbau. Dort kommt ihm die Aufgabe der Verstärkung von Stellen von Bauteilen zu, welche auf Zug beansprucht werden. Dies nennt man fachsprachlich bewehren. In den anderen Bereichen des Bauteils soll durch die Verwendung von Stahlbeton die Druckfestigkeit von Beton ausgenutzt werden. Werden Bauteile vor allem auf Druck beansprucht, beispielsweise Stützen, nutzt man den Stahl auch, um die Druckfestigkeit zu vergrößern. Häufig verwendet wird Stahlbeton für flächige Bauteile mit starker Biegebeanspruchung, also Bodenplatten oder Decken. Doch auch Stützwände,  Brückenpfeiler und andere massige Bauteile erstellt man für gewöhnlich aus Stahlbeton. Der Bauwerkstoff sollte nur verwendet werden, wenn keine leichten und/oder filigranen Tragstrukturen benötigt werden.