Stahlfaserbeton

Stahlfaserbeton ist ein Verbundwerkstoff, den man aus Beton und Stahlfasern herstellt.

Der Baustoff ist homogen und mit Biegung, Druck und Zug belastbar. Er kann für sämtliche Belastungen und Bauformen eingesetzt werden. Man führt spezielle Kalkulationen aus, um die nötigen Abmessungen zu erhalten. Da man Stahlfaserbeton in nur einem einzigen Arbeitsgang produziert, ist der Aufwand an Arbeitszeit verglichen mit Stahlbeton geringer. Dies ist aus ökonomischer Sicht sehr vorteilhaft.

Verwendet wird Stahlfaserbeton für Decken, Fundamentplatten, Träger, genauer gesagt Plattenbalken, Säulen mit beliebigen Querschnitten und Wände. Noch weitere Anwendungsmöglichkeiten bietet Spritzbeton. Dieser eignet sich unter anderem sehr gut für Baugruben und für die Sicherung von Felsen und Hauswänden.

Es muss bei der Erhaltung von Stahlfaserbeton auf die Korrosionsgefahr der Stahlfasern geachtet werden. Dabei vergrößert sich das Volumen des Eisens zu Eisenoxid. Normalerweise unterdrückt der Beton diese recht geringen Kräfte, die Festigkeit des Betons sorgt demnach dafür, dass die Stahlfasern in der Regel nicht korrodieren. Lediglich an der Oberfläche ist die Bildung von Korrosionsflecken möglich. Glücklicherweise verursacht dies keine statischen Schwierigkeiten, sodass man nur die Oberfläche entsprechend behandeln man, sollte an dieser eine Korrosion auftreten.

Normen, die sich konkret mit Stahlfaserbeton befassen, gibt es derzeit in Deutschland sowie Österreich noch nicht. Darum muss bei der Verwendung von Stahlfaserbeton im Hoch- und Tiefbau gegebenenfalls die Oberste Bauaufsichtsbehörde des entsprechenden Bundeslands zustimmen. Orientieren kann man sich beim Einsatz von Stahlbeton an einer Reihe von Regelwerken, darunter dem Merkblatt Stahlfaserbeton des Deutschen Betonvereins, den Allgemeinen Bauaufsichtlichen Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik in Berlin und der Richtlinie der Österreichischen Vereinigung für Beton und Bautechnik.