Streitpunkt Sturmschäden - Wenn die Versicherung nicht zahlen will...

Streitpunkt Sturmschäden - Wenn die Versicherung nicht zahlen will...



Wer von seiner Gebäudeversicherung einen Sturmschaden ersetzt haben will, muss nicht beweisen, dass eine Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 direkt auf sein Gebäude aufgetroffen ist. Das hat das OLG Karlsruhe entschieden. Wie der Anwalt-Suchservice (Servicerufnummer: 0180-52 54 555) berichtet, hatte eine Hauseigentümerin ihrer Gebäudeversicherung mehrere Schäden angezeigt und behauptet, diese seien in der Nacht vom vierten auf den fünften Januar bei einem Sturm entstanden. Die Assekuranz verweigerte die Zahlung und erklärte, die Versicherte habe nicht bewiesen, dass ein Sturm, das heißt eine Luftbewegungen der Stärke 8 oder mehr, direkt auf ihr Gebäude eingewirkt und die Schäden verursacht habe. Deshalb könne sie keine Leistungen beanspruchen.

Der Streit ging vor Gericht, und das OLG Karlsruhe entschied wie folgt (Urt. v. 12.04.2005 - 12 U 251/04): Gebäudeversicherungen müssten zwar nur dann für Sturmschäden aufkommen, wenn der Hauseigentümer beweisen könne, dass die Zerstörungen wirklich unmittelbar durch einen Sturm verursacht wurden. Der Versicherte müsse allerdings nicht extra nachweisen, dass eine Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 genau sein Gebäude getroffen habe. Ausreichend sei vielmehr, dass zum fraglichen Zeitpunkt in der näheren Umgebung des Hauses diese Windstärke gemessen wurde, so das Gericht. Im vorliegenden Fall sei von Wetterstationen bestätigt worden, dass dies der Fall war, als es an dem Haus zu Schäden kam. Ein Sachverständigengutachten habe außerdem ergeben, dass mehrere der Gebäudeschäden unmittelbar durch Luftbewegungen verursacht wurden. Die Versicherung, so das Urteil, müsse für diese daher aufkommen.