Strohleichtlehm

Strohleichtlehm

Lehm ist ein äußerst beliebter Baustoff, da er nahezu überall günstig verfügbar ist. Zur Zeit wird der seit langem bekannte Baustoff immer mehr wiederentdeckt, was hauptsächlich seinen ausgezeichneten umweltfreundlichen und raumklimatischen Eigenschaften zuzuschreiben ist. Man benutzt Lehm in unterschiedlichen Formen.

Eine dieser Formen ist der Strohleichtlehm. Dies ist eine Technik, bei welcher man Stroh mit Lehmschlämme vermischt. Man kann dies mit Hilfe eines sogenannten Zwangsmischers maschinell machen, oder aber manuell. Besonders gut eignen sich hartfaseriger Roggen und Gerste als Strohsorten. Man gibt den Strohleichtlehm im nächsten Schritt lagenweise in eine Schalung und verdichtet ihn mit Stampfen. Anschließend kann man die Schalung sofort abnehmen. Damit es nicht zur Entstehung von Schimmelpilzen kommt, muss die Rohdichte von Strohleichlehm-Wänden in trockenem Zustand bei minimal 650 kg pro Kubikmeter liegen. Bei der Arbeit mit Strohleichtlehm sollte man einige Regeln kennen. Da das Gemisch lange trocknet, empfiehlt es sich sehr, die Trocknung nicht im Winter vorzunehmen. Als erstes sollte man die Decken mit dem Strohleichtlehm füllen, so können Sonne und Wind den Trocknungsvorgang beschleunigen. Dann folgen die nördliche, östliche, westliche und südliche Außenwand.

Mit dieser Stampftechnik kann man Decken, Außenwände (auch von Fachwerkshäusern) und Innendämmungen erstellen. Aufgrund der langen Trockenzeiten werden heute auch gern Strohleichtlehm-Ziegeln benutzt. Diese haben die selben günstigen Eigenschaften in Bezug auf Ökologie, Wärmedämmung sowie Schallschutz. Vorteil ist, dass die langwierige Zeit der Trocknung entfällt und dass die Entstehung von Schwundrissen vermieden werden kann. Zudem geht der eigentliche Bau schneller von der Hand, da die Ziegel schon vorfabriziert werden.