Transrapid gut bedacht

Transrapid gut bedacht
von Gerd Hecker

Bei ThyssenKrupp und Rheinmetall Landsysteme (RLS) in Kassel hat das Thema Sicherheit allerhöchste Priorität. Aus einem ganz bestimmten Grund: Hier werden die Transrapid-Züge gebaut, und die Bundeswehr lässt hier Panzer herstellen. Zugang und Einblick für Unbefugte sind ausgeschlossen. An Sicherheit mangelte es al-lerdings auf dem sanierungsbedürftigen Dach. Zwei Hallen wurden mit der Kunststoffbahn ALKORFLEX A 35098 erneuert.
44.000 m² Dachfläche saniert
Die Hallen entstanden bereits um 1930 herum. Die Dächer waren ur-sprünglich mit Bitumenbahnen abgedichtet. Mehrfach wurde das Dach mit bituminösen Abdichtungen geflickt; an manchen Stellen gab es mitt-lerweile sieben Abdichtungslagen. Nun sollte endlich mit den Flickarbei-ten Schluss sein, und die Dächer sollten komplett erneuert werden. 44.000 m² waren auf den beiden Hallen insgesamt abzudichten. Hierfür galt es, eine wirtschaftliche Lösung zu finden. Die Wahl fiel auf die Kunststoffabdichtungsbahn ALKORFLEX A 35098 aus modifiziertem Polyethylen (PE-C). Die vlieskaschierte Bahn ist seit über 20 Jahren praxiserprobt und hat sich langzeitbewährt. „Wir haben uns mehrere Bahnen angeschaut und die jeweiligen Vorteile verglichen. Wir sind da-von überzeugt, dass wir mit dieser ALKORFLEX-Bahn eine sehr gute, langfristige und wirtschaftliche Lösung gefunden haben“, so Dipl.-Ing. Jörg Weidemüller, Bauleiter von ThyssenKrupp ExperSite.

Altes Dachschichtenpaket beibehalten
ALKORFLEX A 35098 ist chemisch beständig, UV-stabil, langlebig, uni-versell einsetzbar, mechanisch belastbar und wurzelfest. ALKORFLEX-Bahnen sind bitumenverträglich, können also direkt auf Altbitumen ver-legt werden. Eine Eigenschaft, die auf den Hallendächern von Thyssen-Krupp wichtig war. Denn so konnte das alte Dachschichtenpaket beibe-halten werden. Der Bauherr sparte somit Zeit und Kosten ein.

Brandrisiko verringert
Auch das Thema Brandschutz spielte bei der Sanierung eine wesentli-che Rolle. Beim Einsatz von Baumaterialien wird es immer wichtiger, auf gute Brandschutzeigenschaften zu achten. Dies gilt besonders für sen-sible Gewerke wie z.B. das Dach. Da ALKORFLEX A 35098 auf den Produktionshallen ohne offene Flamme verlegt werden konnte, redu-zierte man damit das Risiko der Brandentstehung sowie Brandausbrei-tung auf dem Dach von Anfang an. Die Dachbahn ist widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme (gemäß DIN 4102, Teil 7). Bei der Verlegung auf dem Flachdach ist eine zusätzliche Brandschutzlage auf Untergründen wie Polystyrol, Polyurethan oder Bitumen nicht not-wendig. Im Brandfall verlischt die Dachbahn von selbst.

Zusätzliche Sicherheit
Bislang lag keine Wärmedämmung auf dem Dach. Zunächst verlegten die Dachdecker daher eine 12 cm dicke Polystyrol-Wärmedämmung. Die ALKORFLEX-Bahn ließ sich schnell und unproblematisch verlegen. Die Dachdecker der Firma Freund & Bielefeld Bedachungen und Hal-lenbau GmbH aus Dransfeld verklebten die Bahn mit einem PU-Dach-kleber aus dem Hause WOLFIN. „Da wir nicht genau wussten, ob die alte Abdichtung noch kraftschlüssig mit dem Dach verbunden ist, befe-stigten wir die Dämmung und die Bahn zur Sicherheit zusätzlich mecha-nisch“, erläutert Manfred Hain, Bauleiter von Freund & Bielefeld. Und noch etwas war nicht sicher, nämlich ob die Unterkonstruktion acht Zentimeter dicke Bimsstegdielen der Belastung durch die Dachdek-kerarbeiten standhalten würde. Als Schutz für die Dachdecker blieb deshalb während der Arbeiten ein Personenauffangnetz unter dem Dach aufgespannt. Darüber lag zudem ein feines Staubschutznetz, damit ins-besondere beim Ausbau der zu erneuernden Oberlichtbänder keine Splitter in die Halle fallen, in der die Produktion während der Dachar-beiten natürlich weitergehen musste. Zum Glück aber gab es während der Arbeiten keine unliebsamen Überraschungen.

Fazit
Auf Dauer gesehen sind Flickarbeiten nicht wirtschaftlich, sondern Lö-sungen, die dem Investor auf absehbare Zeit Ruhe geben. Besonders dann, wenn sich diese Gesamtlösung ausführen lässt, ohne das alte Dachschichtenpaket kostenintensiv abtragen und entsorgen zu müssen. Jörg Weidemüller zeigte sich zufrieden, dass die Dacharbeiten zügig und reibungslos abgeschlossen werden konnten und dass nun die Produktion im weiteren Sinne „gut bedacht“ ist. HS

Schlagwörter
Industriedach Dachsanierung

Der Autor
DDM Gerd Hecker ist Leiter der Anwendungstechnik bei WOLFIN + Te-roson Bautechnik.

Weitere Informationen über WOLFIN und Teroson finden sich auch im Internet unter www.wolfin.de bzw. www.teroson-bautechnik.de. Dort können Sie bei Bedarf auch diesen und andere aktuelle Pressetexte/ Fotos herunterladen. (HW 159 / 3-2005)

WOLFIN + Teroson Bautechnik, Wächtersbach

Bautafel
Objekt: Produktionshallen ThyssenKrupp und Rheinmetall Landsysteme
Ort: Kassel, Industriepark Mittelfeld
Bauherr: Thyssen Henschel GmbH
Bauleitung: ThyssenKrupp ExperSite
Verarbeiter: Freund & Bielefeld Bedachungen und Hallenbau GmbH, Dransfeld
Produkt: ALKORFLEX A 35098 Kunststoff-Dachbahn
ALKORFLEX-Systemteile
Vertrieb: WOLFIN + Teroson Bautechnik, Wächtersbach