Trockenbau

Der Trockenbau ist eine besondere Form des Innenausbaus, bei dem nicht Mörtel und Steine für die Erstellung von Wänden und anderen Teilen der Wohnung verwendet werden.

Hier werden nur trockene Materialien verwendet wie beispielsweise ein Ständerwerk aus Aluminiumschienen, Dämmwolle, Gipskartonplatte und OSB-Platten. Einzig ausgenommen davon sind besondere Holzkonstruktionen, wobei es aber auch hier eine Ausnahme gibt, und zwar den Fachwerkbau. Zur Erhaltung der Struktur können auch hier Balken durch einen Schreiner verarbeitet werden. Diese Bauweise wurde erschaffen, um Zeit und Kosten beim Ausbau der Innenräume zu sparen. Die physikalischen Anforderungen wie Brandschutz oder Wärmedämmung können hierbei durch verschiedene Materialien erfüllt werden.

Zu einer Trockenbauweise gehören alle Decken oder auch nur einzelne Teile der Deckenkonstruktion als ebene und glatte Flächen, welche gegebenenfalls auch nachträglich mit besonderen Stuckarbeiten versehen werden können. Gerade bei den Decken gibt es so viele unterschiedliche Möglichkeiten der Erstellung, sodass hier eine ganze Liste erscheinen würde, darum sind hier nur drei verschiedene Arten aufgeführt, und zwar die Kassetten-, Paneel- und auch die Lüftungsdecken. Die Verkleidung kann ebenfalls aus unterschiedlichen Materialien bestehen wie beispielsweise Gipskartonplatten, Mineralfaser oder auch Kunststoff. Vor allem bei der Erstellung von Wänden gibt es im Trockenbau kaum eine Möglichkeit, die nicht funktionieren würde, denn hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Aber auch im Altbau werden gerne Trockenbauteile benutzt, um beispielsweise Installationswände oder auch WC-Zwischenwände zu erstellen. Selbst im WC-Bereich, wo normalerweise auch Feuchtigkeit auftreten kann, werden hier die Trockenbauteile eingesetzt, denn es gibt beispielsweise auch zwei unterschiedliche Arten von Gipskartonplatte, und zwar für den Trockenbereich und für Feuchträume. Aber auch für einfache Dämmungen oder nachträgliche Isolierungen von Dachkonstruktionen können hier die verschiedensten Teile zur Anwendung kommen. Allerdings geht es auch im Trockenbau nicht ganz ohne Wasser, denn wenn die Wände und Deckenteile fertiggestellt sind, müssen die zwangsläufig entstandenen Übergänge zwischen den Platten noch angeglichen werden, und dafür wird in den meisten Fällen eine Mischung aus Gips verwendet.

Dabei sah es in den 1960er Jahren gar nicht gut aus mit der aus Amerika nach Deutschland gekommenen Trockenbauweise, denn viele Unternehmen des Innenausbaus wollten zunächst diese neue Technik nicht annehmen. Als jedoch viele Firmen merkten, welch große Zeitersparnis diese neuartige Bauweise mit sich bringt, wurde der Trockenbau immer öfter angewendet. Mitte der 1970er Jahre wurde dann auch der Beruf des Trockenbauers eingeführt, damit es für diese Bauweise auch Fachleute gibt. Die beiden Ausbildungsberufe Trockenbaumonteur und Ausbaufacharbeiter im Schwerpunkt Trockenbau beinhalten insgesamt 13 verschiedene Abschnitte. Ab Mitte der 1980er Jahre wurde auch der Beruf des Industriemeisters im Akustik- und Trockenbaubereich eingeführt.
 

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