Ãœberzogene Reaktionen der EU

Ãœberzogene Reaktionen der EU
Naturschutzfachlich sind die von der EU geforderten Gebietsmeldungen nicht meldewürdig / hochwertigere Moore in FFH-Meldeliste Bayerns enthalten / 8 Prozent der Landesfläche Bayerns als FFH- und Vogelschutzgebiet gemeldet

(München) Als völlig überzogen und sachlich unangebracht bezeichnete Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf die Kritik der EU-Umweltkommissarin Margot Wallström zum Enzenstettener Brunnenmoor und Füssener Wasenmoos. Die beiden von der EU als meldewürdig angesehenen Moore haben bereits vor langer Zeit durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung und Entwässerung ihren ursprünglichen Charakter verloren. Die bayerischen Fachbehörden haben sich bei der Auswahl der FFH-Gebiete vor Ort über den Zustand informiert und daraufhin eine konkrete Sachentscheidung getroffen. Das Enzenstettener Brunnenmoor als Kalkquellmoor und das Füssener Wasenmoos als Hochmoor sind nach naturschutzfachlichen Kriterien und nach den Kriterien der europäischen FFH-Richtline nicht meldungswürdig. Schnappauf warf daher der EU vor, sich durch ungeprüfte Behauptungen der Naturschutzverbände über den Tisch ziehen zu lassen. Denn Bayern hat für den Lebensraumtyp Kalkquellmoor oder auch Hochmoore im Landkreis Ostallgäu wesentlich bessere Gebiete mit größeren und stabileren Vorkommen der typischen Tier- und Pflanzenwelt gemeldet. So z. B. die „Kalktuffquellsümpfe und Niedermoore im Ostallgäu“, das "Untere Halblech", die "Sulzschneider Moore", den "Wertachdurchbruch" und das Naturschutzgebiet "Bannwaldsee".
Unabhängig von der Kritik der EU-Kommission in diesem Einzelfall bekräftigte Schnappauf seine Offenheit und Bereitschaft weitere Flächen für das europäische Netz Natur 2000 zu melden, soweit aus übergeordneter Sicht Lücken im Netzzusammenhang noch zu schließen sind. Nachdem soeben durchgeführten Seminar zur FFH-Gebietsauswahl rechnen alle deutschen Länder mit Ausnahme der Stadtstaaten mit Ergänzungswünschen der EU. Schnappauf: "Wir werden die wissenschaftlichen Ergebnisse konstruktiv aufnehmen und unseren Beitrag auch weiterhin leisten, das europäische Netz Natura 2000 voranzubringen." Bereits heute hat Bayern mit einem Umfang von 8 Prozent der Landesfläche mehr gemeldet als andere Länder. Zum weiteren Schutz der Moore wird Bayern im Frühjahr ein eigenes Moorschutzprogramm starten.

Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de