Harnstoffharze sind Kunststoffe, die man aus Harnstoff und Aldehyden herstellen kann.
Dabei sind die Harnstoffharze Kondensationsprodukte. Bei den Aldehyden wird insbesondere Formaldehyd verwendet. Dabei entstehen Harnstoff-Formaldehyd-Harze. Diese werden kurz als "UF-Harze" bezeichnet. Die industrielle Herstellung der UF-Harze begann im Jahr 1926. Die Herstellung erfolgt dabei in großen Reaktoren, die ungefähr 20 bis 40 Kubikmeter groß sind. Diese Reaktoren sind wiederum mit einem Rührwerk, mit Heiz- und Kühlschlangen, mit Dosiermöglichkeiten und mit Säuren, Laugen und eventuell mit Additiven ausgestattet. Das Herstellungsverfahren von UF-Harzen läuft dabei so ab, dass zuerst zu einer Formaldehydlösung Harnstoff hinzugegeben wird. Daraufhin werden zudem Säure oder aber saure Salze dazugegeben. Danach wird der pH-Wert durch Lauge erhöht und das richtige molare Verhältnis vom Harnstoff und von Formaldehyd eingestellt. Letztendlich wird noch der richtige Feststoffgehalt eingestellt. Dies kann beispielsweise durch das Entfernen von Wasser mittels Destillation erfolgen.
Auf diesem Weg kann sowohl flüssiges wie auch ausgehärtetes Harz hergestellt werden. Flüssiges Harz wird später als Leim eingesetzt. Bei der Aushärtung bilden sich hingegen Filme, welche lichtbeständig, kratzfest und hart sind und die sich sehr gut schleifen lassen. Dagegen ist UF-Harz nur wenig beständig gegen Hitze und gegen Wasser überhaupt nicht beständig. Diese Massen, die sich bei der Aushärtung bilden, sind zudem sehr lichtecht, meistens weiß und zudem schwer brennbar. Allerdings sind diese Massen dagegen nicht hydrolysebeständig. Daher werden sie besonders stark von kochendem Wasser oder von starken Säuren angegriffen. UF-Harze werden zum größten Teil als Klebstoff bei der Herstellung von Holzwerkstoffen verwendet, die nicht außenklimabeständig sind. Diese Verwendung eignet sich besonders gut, da die Herstellung von UF-Harzen sehr kostengünstig ist von der Art der Herstellung wie auch von den Rohstoffen, die verwendet werden. Zudem härtet UF-Harz schnell aus und weist eine gute Trockenbindefestigkeit auf. Ein Holzwerkstoff mit UF-Harz ist beispielsweise Resopal. Dies sind Schichtstoffplatten. Dabei besteht jede Platte aus mehreren Papierbahnen, die mit Harz imprägniert werden. Unter Druck werden diese Bahnen zu einer homogenen Platte gepresst.
Mit UF-Harz wurden in den 30er Jahren zum ersten Mal Haushaltsgegenstände produziert. Diese wiesen ein sehr großes Farbspektrum auf im Gegensatz zu Haushaltsgegenständen mit Bakelit. Des Weiteren kommen UF-Harze auch in den Einsatzgebieten Imprägnierharze und Isolierharze zur Anwendung. Die wichtigsten Anwendungsgebiete von UF-Harzen im Bauwesen sind V20 Spanplatten, MDF-Platten und Ortsschaumstoffe. Spanplatten sind die größte und zugleich auch die bekannteste Untergruppe im Bereich der Holzspanwerkstoffe. Der vollständige Name von MDF-Platten lautet "mitteldichte Holzfaserplatte". Bei MDF-Platten handelt es sich um einen Holzfaserwerkstoff.


