Unwetterschäden in Bayern - 23 Personen erlitten Verletzungen

Unwetterschäden in Bayern - 23 Personen erlitten Verletzungen
In den Abendstunden des 12.08.2004 zog eine Schlechtwetterfront mit starken Windböen, Schlagregen und heftigen Gewittern über ganz Bayern hinweg. Dabei wurden vor allem im südbayerischen Raum Schäden durch umgestürzte Bäume, überflutete Keller und Blitzeinschläge registriert. Insgesamt erlitten 23 Personen dabei unterschiedlich schwere Verletzungen. Die Höhe der entstandenen Sachschäden kann derzeit noch nicht genau beziffert werden.
Auf dem Volksfestplatz in Dachau erlitten 12 Personen durch herabfallende Balken und Teile der Dachverkleidung leichte bis mittelschwere Verletzungen, als ein Zeltdach durch starke Windböen aufgerissen wurde. Bei 7 Personen waren die Verletzungen so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten. Am Flughafen München schleuderte der Sturm im Bereich des Besucherparks ein Luftgebläse gegen zwei Personen, die dabei mittelschwer verletzt wurden. Bei Grafrath/Landkreis Fürstenfeldbruck wurde ein Unfallhelfer von einem umstürzenden Baum getroffen. Er erlitt dabei offene Frakturen an beiden Beinen. Bei Geltendorf/Landkreis Fürstenfeldbruck wurden 3 Personen leicht verletzt (Schock, Prellungen), als ein Regionalzug aus den Gleisen sprang, nachdem er über einen querliegenden Baum gefahren war. Die Bahnstrecke Utting-Riederau bleibt voraussichtlich bis Freitag gegen Mittag gesperrt. Auf einer Baustelle im Landkreis Aichach-Friedberg wurde ein 39jähriger Zimmerer beim Bau einer Reiterhalle auf einer Leiter von einer Sturmböe erfasst. Der Mann stürzte zu Boden und erlitt schwere Verletzungen. Im Stadtgebiet Rosenheim wurde ein Radfahrer verletzt, als er im Gewittersturm mit einem Pkw kollidierte. In Schongau wurde eine Person leicht verletzt, als der Sturm mehrere Stände eines historischen Marktes umriss. Etwa 300 Besucher des Marktes brachten sich in umstehenden Häusern in Sicherheit.

Auf dem Chiemsee kenterte ein Segelboot. 3 Erwachsene und 2 Kinder kamen mit dem Schrecken davon. Die Rettungswacht konnte die Segler unversehrt bergen. Vor der Herreninsel barg die Wasserschutzpolizei 3 Personen aus einem in Seenot geratenen Elektroboot. Auf einigen Seen in Schwaben wurden die dort angelegten Boote durch Unwetter beschädigt. Durch Windböen wurden in zwei Fällen Personen leicht verletzt.

Bei einem Jugendzeltlager im Ostallgäu mussten insgesamt 500 Kinder in Folge des Unwetters in einer Turnhalle übernachten, verletzt wurde niemand. Auch bei Fronhofen/Landkreis Dillingen musste ein Jugendzeltlager vorübergehend geräumt werden. 92 Kinder fanden in einer Schutzhütte Zuflucht. Verletzt wurde auch hier niemand.

Der Zugverkehr zwischen Rosenheim und München war wegen umgestürzter Bäume zeitweise unterbrochen. Auch die Bahnlinie Murnau-Oberammergau wurde durch umgestürzte Bäume zeitweise blockiert. Auf der BAB A 93, Inntalautobahn, kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Unfallanalytisch untersucht wird derzeit noch ein tödlicher Motorradunfall im Bereich Flintsbach/Landkreis Rosenheim. Möglicherweise war eine Sturmböe ursächlich für den Sturz eines 34jährigen Motorradfahrers, der in einer leichten Linkskurfe ohne ersichtlichen Grund stürzte und gegen einen Baum prallte.