Ur-Wildpferde und Kirsch-Prachtkäfer

Ur-Wildpferde und Kirsch-Prachtkäfer
Umweltminister Schnappauf: Naturschutzfonds bewilligt 2002 insgesamt 10 Mio. Euro für Naturschutz-Projekte im BayernNetzNatur

(München) Der Bayerische Naturschutzfonds hat die Förderung wichtiger Naturschutzprojekte zum Ausbau des BayernNetzNatur beschlossen, erklärte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf als Stiftungsratsvorsitzender des Bayerischen Naturschutzfonds. Hauptanliegen ist es, mit den Erträgen aus Privatisierungserlösen im Rahmen der Offensive Zukunft Bayern sowie der GlücksSpirale zusätzlich zu staatlichen Naturschutzmaßnahmen ökologisch wertvolle Flächen für den Arten- und Biotopschutz zu sichern und zu verbessern. "Insgesamt sind 2002 rund zehn Millionen Euro für Naturschutz-Projekte bewilligt worden", betonte Schnappauf.
Förderprojekte gibt es in allen Regierungsbezirken. Besonders herauszuheben sind folgende Projekte des BayernNetzNatur:

Oberfranken
Rund 230.000 Euro sieht der Naturschutzfonds für die Förderung des Landespflegeverbands Bamberg vor, um im Landkreis Bamberg die Vorkommen des Blaukehlchen und des Eisvogels sowie der Gelbbauchunke und des Kammmolchs zu schützen. Das Aurachtal zwischen Priesendorf und Pettstadt ist im Bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramm als landesweit bedeutsamer Feuchtstandort bekannt, der eine Vielzahl stark gefährdeter Pflanzen und Tiere beherbergt.
Knapp 280.000 Euro erhält der Landschaftspflegeverband Frankenwald, um mit Wanderschaf-Beweidung die Lebensräume der Nordhalbener Rodungsinsel im Landkreis Kronach offen zu halten. Nur so kann der bodensaure Magerrasen mit Arnika, Bärwurz und Holunder-Knabenkraut erhalten und der seltene Borstgrasrasen verbreitet werden.

Mittelfranken
Weitere 335.000 Euro sind für zwei Projekte im Landkreis Erlangen-Höchstadt vorgesehen. Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. erhält bis 2007 insgesamt ca. 220.000 Euro für Pflegemaßnahmen der Kirschgärten und Streuobstbestände der Kalchreuther Höhe. Dieses 1720 ha große Gebiet ist Teil des ältesten und größten zusammenhängenden Süßkirschenanbaugebiets Europas und vor allem zur Kirschblüte ein beliebtes Naherholungsziel für den Ballungsraum Nürnberg. Die alten Hochstammbäume bieten zahlreichen Käferarten der Roten Liste, darunter der Kirsch-Prachtkäfer und 45 Vogelarten (darunter Wendehals, Neuntöter, Dorngrasmücke) Lebensraum.
Im Naturschutzgebiet „Tennenloher Forst“ sollen die ökologisch wertvollen Sandflächen offengehalten werden. Der Landespflegeverband Mittelfranken erhält hierfür 125.000 Euro für die Umzäunung des Gebietes, da für Beweidung Ur-Wildpferde (Przewlaski-Pferde) eingesetzt werden, die der Tierpark Hellabrunn kostenlos zur Verfügung stellt. Das Przewalski-Pferd ist das einzige heute noch lebende Ur-Wildpferd und in freier Wildbahn bereits ausgestorben. Zur Zeit leben weltweit etwa 500 Tiere dieser Art in Zoos und Parks.

Oberbayern
Knapp 100.000 Euro investiert der Naturschutzfonds für den Kauf ökologisch hochwertiger Feuchtflächen im Bereich Moosschwaige/Freihamer Moos im Westen der Stadt München. Ziel ist es, große Teile des Dachauer Mooses wieder zu vernässen und für die Natur zurückzugewinnen. Damit werden unter anderem der bundesweit vom Aussterben bedrohte „Kriechende Sellerie“, die „Sumpfwindelschnecke“ und die reiche Unterwasservegetation des Erlbach im Bestand erhalten. Gleichzeitig wird das Moos als Retentionsfläche für den Hochwasserschutz zurückgewonnen. Der Bezirk Oberbayern und die Stadt München steuern je 15.000 Euro für das Projekt bei.

Weitere Informationen: http://www.natur.bayern.de