Verschärfte Vanadiumwerte gefährden Ziegelindustrie

Verschärfte Vanadiumwerte gefährden Ziegelindustrie

Die geplanten Verschärfungen des Boden- und Grundwasserschutzes könnten für die Ziegelindustrie zur Existenzbedrohung werden. Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. weist darauf hin, dass das von der Umweltministerkonferenz (UMK) empfohlene Konzept zur Festlegung so genannter Geringfügigkeitsschwellenwerte (GFS) zu einer grundlosen Einschränkung bewährter Bauprodukte und Bauweisen führen kann. Die Forderung des Verbandes: Das Konzept zur Ableitung von Geringfügigkeitsschwellen muss unter Einbeziehung der Industrie grundsätzlich überarbeitet werden. Niemand will sich gegen sinnvollen Umweltschutz aussprechen“, erklärt Dieter Rosen, Technischer Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie e.V., Bonn. Die geplanten Verschärfungen seien jedoch überzogen und entbehrten im Einzelfall jeder realistischen Grundlage. Vor allem für die Ziegelindustrie seien die möglichen Folgen nicht zu unterschätzen. Rosen: „Das ökologisch einwandfreie Image unserer Produkte ist für uns überlebenswichtig.“

Doch der gute Ruf ist in Gefahr. Beispiel Vanadium: Für das natürliche Spurenelement, das vor allem in Tongesteinen eingelagert ist, sollen demnächst Grenzwerte gelten, die nach Ansicht des Bundesverbandes völlig überzogen sind. Im Zweifel könnten sie sogar das Aus für alle grobkeramischen Bauprodukte bedeuten, die in Kontakt mit Boden und Grundwasser kommen. Zum Vergleich: In Mineralwässern werden in den Inhaltsangeben bzw. Mineralangaben zum Teil über 50-fach höhere Vanadiumkonzentration ausgewiesen, als im GFS-Konzept für Boden und Grundwasser vorgesehen. In diesem Zusammenhang spricht jedoch niemand von Gesundheitsrisiken. Im Gegenteil: Der Verzehr von Mineralwasser wird vor allem von Medizinern zum Wohl der Gesundheit nachdrücklich empfohlen.

Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. will sich den Bemühungen um erhöhten Umweltschutz nicht verschließen, mahnt jedoch die Einbeziehung der Industrie in die Planungen an. Genau so, wie es auch von der Wirtschaftsministerkonferenz bereits im Mai 2003 gefordert worden sei. Tatsächlich haben die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) und das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) in den vergangenen Jahren jedoch einen Alleingang unternommen, ohne die Erkenntnisse und Erfahrungen der Hersteller zu berücksichtigen.

Die fehlende Abstimmung mit der Industrie hat dazu geführt, dass ökologische und ökonomische Belange nicht gleichermaßen sachgerecht beurteilt wurden. Außerdem fehlt es bislang an Anwendungsregeln. Lediglich für den Baustoff Beton wurde ein Bewertungsmodell abgeleitet, wie das GFS-Konzept praktisch umzusetzen ist. Für alle anderen Bauprodukte und Baustoffe ist noch völlig unklar, wo (Ort der Beurteilung) und wann (Zeitpunkt der Messung) gemessen werden soll. Außerdem kommt hinzu, dass bislang keine Umweltschäden durch Bauprodukte bekannt sind. Dieter Rosen: „Deshalb besteht zurzeit auch kein Handlungsbedarf.“ Die bundeseinheitlich geltenden Prüfwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung reichen nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie e.V. zur Beurteilung von Bauprodukten in Kontakt mit Boden- und Grundwasser völlig aus.
Informationen:

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