Der Baustoff Kies, auch Schotter genannt, besteht aus steinigem Sand und ist ein Sedimentgestein, genau wie Kalkstein.
Natürlicherweise findet man Kies in Flüssen und Bächen, er besteht aus vom Wasser abgeschliffenen Kieselsteinen. Unrunde und scharfkantige Steine bezeichnet man als Schutt oder Schotter. Die Förderung findet im Tagebau in sogenannten Schotter- oder Kiesgruben statt. Die dadurch entstehenden Hohlräume, sofern sie unterhalb des Wasserspiegels im Boden liegen, füllen sich mit Grundwasser und werden gerne zur Nah-Erholung genutzt, wenn sie nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden und seltenen Tierarten als neuer Lebensraum dienen.
Die Einteilung dieses Baustoffes wird nach Korngrößen oder festen Größenklassen vorgenommen. Der Normbereich liegt zwischen 60-6 mm, feineres Sieben erfolgt nur für Spezialzwecke. Kies ist ein wichtiger Bestandteil der Bauindustrie. Er wird Beton beigemischt oder findet beim Gleisbau in Form großer eckiger Kiesel, die eine rüttelfeste Auflage bilden, als Schienenbett seine Verwendung. Für den Drainagenbau wird reiner Kies aufgrund seiner Wasserdurchlässigkeit auch als Filter verbaut. Da Kies keine pflanzenrelevanten Nährstoffe enthält, ist dies auch eine sehr pflegeleichte Angelegenheit, da sich kein Unkraut auf diesen Flächen bildet. In der Sanitärkeramik wird Kies als Pulver beigemischt und zu Emaille verarbeitet.
Auch bei der Gestaltung von Gärten und Parkanlagen kommt Kies in ausgesuchten Formen zum Einsatz, zum Beispiel als Beeteinfassungen oder Wegumrandungen. In Stahlgitter eingefüllt, ergeben lose Kiessteine auch eine feste Gartenmauer. Als Terrassenunterbau sorgt er für stabilen Untergrund, der gleichzeitig Temperaturunterschiede abfangen kann. Mit Zement vermischt und in Plattenform erhältlich, ergeben runde Kiesel eine rutschfeste Oberfläche für Terrassen. Kleine, spitze Kiessorten ersetzen im Winter das aggressive Streusalz, welches besonders den vierbeinigen Lieblingen der Spaziergänger schadet und im Frühjahr im Gegensatz zu Kies nicht wieder aufgekehrt, gereinigt und wiederverwendet werden kann. Schwarze runde und polierte Kieselsteine finden sich als Tischoberflächen oder Duschfußbodenbelag in vielen gehobeneren Wohnungen. Dieser Trend wurde aus Asien zu uns gebracht und hat erst in den letzten Jahren viele begeisterte Anhänger gefunden. Zierkiesel gibt es in verschiedenen Naturfarben und wird auch gern als Dekoration in Schalen mit Kerzen aufgestellt. Weiße Kiesel bilden auch für Zierbrunnen gern den Untergrund und verstecken gleichzeitig die unschönen Verkabelungen. Auch beim Teichbau finden runde Kieselsteine als Beschwerung der Teichfolie oder als Dekorsteine Verwendung. In Aquarien besteht der Bodengrund meist aus gewaschenem und leicht abgerundetem Kies in verschiedenen Körnungsgrößen, um eine zu große Verfestigung und damit Verschlammung des Grundes zu vermeiden. Quarzkies in grober Körnung wird auch zur Glasherstellung verwendet. Der weiße, reine Kies eignet sich aufgrund seiner hohen Schüttdichte dafür hervorragend.



