Was ist Asbest ? und warum ist Asbest gefährlich ?

Asbest ist ein Mineral mit feinen Fasern und einem seidig glänzenden Aussehen in verschiedenen Farben, das man seit über 2.000 Jahren kennt.

Es wird in Südafrika, Kanada und Russland hauptsächlich über Tage abgebaut. Je nach dem das Asbest enthaltenden Gestein unterscheidet man Hornblende-Asbest wie Amiant, Bergflachs und Byssolith und Serpentin-Asbest wie Chrysotil und Laukotil. Letzterer kommt häufiger vor und besitzt eine weichere Faser.

Verwendung von Asbest
Aus langfaserigem Asbest werden unter Zusatz von organischen Tragfasern, zum Beispiel Baumwolle, Garne gesponnen, aus denen Bänder, Gewebe und Gewirke hergestellt werden. Aus kurzfaserigem Asbest wird Pappe, Papier, Asbestzement und, mit einem Bindemittel – Magnesiumchlorid oder Kunstharz – gemischt,  Pressformteile hergestellt. Asbest wird, da er feuerbeständig ist und unempfindlich gegen Säuren und Laugen, sowie wegen seiner guten elektrischen und thermischen  Isolierfähigkeit in der Technik gern verwendet. Asbestzement ist ein Baustoff, der aus einem innigen Gemisch aus Asbestfasern, Zement und Wasser besteht, das in einem der Papierindustrie entlehnten Verfahren als breiiges Vlies auf eine Walze bis zur gewünschten Dicke aufgewickelt und weiter verformt wird, insbesondere zu Wellplatten, ebenen Tafeln, Dach- und Fassadenplatten, Rohren und anderem. Die durch das Herstellungsverfahren eben ausgerichteten Asbestfasern sorgen für erhöhte Zug- und Biegefestigkeit. Asbestzement kann durch Sägen, Schneiden oder Bohren bearbeitet werden.

Gesundheitsgefahren
Vor einer unkritischen Verwendung von Asbestfasern wird wegen der Gesundheitsgefährdung immer dringlicher gewarnt. Es können Asbestose, Staublunge und Bronchialkarzinome entstehen. In Deutschland wurde daher 1991 eine Asbestverbots-Verordnung verabschiedet, mit der ab 1994 ein umfassendes Import-, Export- und Herstellungsverbot durchgesetzt wurde. Die Gesundheitsgefährdung geht von Asbestfasern aus, die durch Abrieb freigesetzt werden und eingeatmet werden können. Dabei sind Produkte aus Asbestzement, sogenannte fest gebundene Asbestprodukte, so lange sie nicht der Verwitterung oder einer starken mechanischen Beanspruchung ausgesetzt sind, weniger gefährlich als die schwach gebundenen Asbestprodukte. Erkennen kann man Asbest an der faserigen Struktur, der grauen Farbe und daran, wann das Gebäude oder Gerät hergestellt worden ist. Es kann allerdings zu Verwechslungen kommen, da die später verwendeten Ersatzstoffe zum Teil ein ähnliches Aussehen besitzen und unter dem gleichen Warennamen vertrieben werden. Seit 1977 gilt die Asbestose als Berufskrankheit und die Zahl der Todesfälle durch Belastungen mit Asbest ist noch immer höher als die der tödlichen Unfälle am Arbeitsplatz. Besonders gefährdet sind alle diejenigen, die mit Gebäuden aus der Zeit vor dem Asbestverbot zu tun haben, beim Abriss oder der Sanierung.

Alternativen
Als alternative Werkstoffe können je nach erforderliches Temperaturbereichs Aramidfasern, Glasfasern, Mineralwollen, reine Keramikfasern und Graphitfasern verwendet werden. Für hohe Temperaturen ist Wollastonit, ein natürliches Mineral, besonders geeignet. Dessen Fasern können im menschlichen Körper im Verlaufe weniger Wochen komplett abgebaut werden.