Unter Glasfaserdämmstoff versteht man Dämmstoffe, die aus langen dünnen Glasfasern hergestellt werden.
Hierzu zieht man das geschmolzene Glas zu langen, dünnen Fäden. Neben der Nutzung zur Datenübertragung werden Glasfasern zur Wärme- und Schalldämmung eingesetzt. Glasfasern sind witterungs- und alterungsbeständig, darüber hinaus widerstehen sie chemischen Substanzen und sind nicht brennbar. Außerdem besitzen sie eine hohe Elastizität. Zunächst wurden Glasfasern als Engelshaar, also zu Dekorationszwecken, genutzt, bis man dann feststellte, dass dieses Material ein wesentlich höheres Potenzial besitzt. Die weitere Entwicklung ergab, dass Glasfasern mittlerweile dazu verwendet werden, Licht zu leiten und vieles andere mehr, schließlich und endlich auch als Dämmstoff. In den 90er Jahren wurden z. B. jährlich ca. 728.000 Tonnen als Dämmstoff in der Bundesrepublik verarbeitet. Unter Glaswoll-Dämmstoff versteht man Glasfasern, die durch ein Bindemittel miteinander verbunden sind und somit einen eng zusammenhängenden Stoff zur Abdämmung erzeugen. Die Bindemittel, die man zurzeit einsetzt, sind ausschließlich organische Bindemittel, wie z. B. Harnstoffe, Phenole sowie Furanformaldehydharze. Neben dem günstigen Preis bieten diese Bindemittel auch eine einfache Verarbeitung sowie eine schnelle thermische Aushärtung.
Bedingt durch die genannten Bindemittel ergibt sich jedoch auch der Nachteil, dass sich durch den niedrigen Brennpunkt der organischen Bindemittel (ca. 200 °Celsius) ein eingeschränkter Einsatzbereich ergibt. Es sind also Einsatzbereiche wie Öfen und Herde im Haushaltsbereich und z. B. Rohrummantelungen im industriellen Bereich ausgeschlossen, die fast immer eine Temperatur von über 200 °Celsius erreichen. Dieser Dämmstoff ist zwar nicht direkt brennbar, gibt aber beim Verglühen toxische Stoffe ab. Eine höhere thermische Beständigkeit bieten Bindemittel wie z. B. Alkalisilikate oder aber Aluminiumphosphate und Gips. Allerdings wird durch die Beimischung dieser Bindemittel die Flexibilität des Dämmstoffes quasi auf Null gesetzt und es sind lediglich statische Anwendungen in hoch verdichteten Anwendungen möglich. Zurzeit sind in der Chemie keine Bindemittel für Glasfasern verfügbar, die einen Brennpunkt von über 500 °Celsius gewährleistet. Dahingegen kann man für die Außendämmung von Mauern ohne Weiteres Glasfaser-Matten einsetzen, welche man in eine Kleberschicht einbettet, auf die dann in den meisten Fällen eine Riemchenschicht als Flachverblender gesetzt wird.
Eine Schiene, die an die Wand gedübelt wird, gibt den entsprechenden Halt und dient gleichzeitig als unterer Abschluss. Eine weitere Verstärkung des Wandfundamentes ist nicht notwendig. Bei der Abdämmung von Dachgeschosswohnungen und somit einer Dämmung zwischen den Dachsparren haben sich als Dämmmaterial Glasfasermatten als wirksame und platzsparende Variante für das geneigte Dach bewährt. Dieses Dämmmaterial kann sowohl als Vollsparrendämmung, die ohne Luftschicht aufgebracht wird, als auch hinterlüftete Dämmung eingesetzt werden. Hiermit hat man eine schalldämmende sowie elastische und wärmebrückenfreie Abdämmung erreicht, die maß- und formstabil ist und nicht absackt.


