Was ist Grauwacke und wo beim Bau eines Hauses wird Grauwacke benötigt ?

Natursteine, wie die Grauwacke werden von jeher als sehr beliebtes Baumaterial verwendet.

Als Grauwacke wird meist der dunkelgrau bis braungrau gefärbte Sandstein bezeichnet. Doch die Farbpalette der Grauwacke reicht außerdem noch von graublau über anthrazit, graugrün bis zu einem dekorativen braunbeige. Grauwacke besteht aus den Komponenten Quarz, Feldspat und unaufgearbeiteten Gesteinsstücken, wie z. B. Lydit und Quarzit. Weitere Bestandteile sind Glimmer, Chlorit und auch Tonmineralien. Das Gefüge ist fein- bis grobkörnig. Er ist im Gegensatz zu Gesteinen wie dem Kalkstein oder der Kohle von klastischem Ursprung. Es entsteht also aus den Trümmerresten verwitterter und abgetragener Gesteine. Da Quarz ein verwitterungsresistentes Mineral ist, das in sehr vielen Gesteinen vorkommt, reichert es sich beim Verwitterungsprozess sehr stark an, während andere Mineralien zerfallen. Deshalb bestehen diese Sandsteine überwiegend aus diesem Mineral.

Grauwacke wird in den unterschiedlichsten Bereichen als haltbarer, vielseitiger und gut zu verarbeitender Baustoff genutzt. Dieser Naturstein findet überwiegend im Außenbereich Anwendung, da er zeitlos, frostsicher und robust ist. Durch die vielfältige Einsatzmöglichkeit erlebte er einen Aufschwung im Hochpreissegment. Aus ökologischer Sicht sticht eine umweltverträgliche Gewinnung, leichte Verarbeitung sowie eine mehrmalige Wiederverwendung positiv hervor. Auch seine Schadstofffreiheit spricht für sich.
Zur kreativen und zeitlosen Garten- und Landschaftsgestaltung ist Grauwacke bestens geeignet, sei es als klassischer Pflasterstein z. B. für die Terrassengestaltung oder als sehr robustes Baumaterial für Stufen oder Trockenmauern. Einzeln aufgestellte Findlinge setzen in der Gartengestaltung wunderschöne Akzente. Auch auf immer mehr Friedhöfen sieht man mit Grauwacke gestaltete Gräber.

Die Verarbeitung gestaltet sich ähnlich wie bei anderen Naturmaterialien, also nicht sonderlich schwierig. Gerade weil nicht jeder Stein gleich aussieht, sondern jeder einzelne als Unikat zu betrachten ist, ergeben sich die besten Gelegenheiten etwas besonderes zu gestalten. Zahlreiche Bauwerke, wie Kirchen oder Baudenkmäler vergangenen Zeiten haben einen ganz besonderen Charme. Auch wenn an einigen bei genauerer Betrachtung zu erkennen ist, wie der Zahn der Zeit daran genagt hat. Grauwacke ist unempfindlich gegenüber chemischen Einflüssen und äußerst unempfindlich bei mechanischer Beanspruchung. Daher ist der Wasserbau ein weiteres Einsatzgebiet als Schütt- und Wasserbaustein. Ebenso als Schüttmaterial in Gleisbetten oder als Untergrund im allgemeinen Straßenbau als Frostschutzeinlage unter der Teerdecke.

Außer für den Straßenbau wurde Grauwacke hauptsächlich für repräsentative Örtlichkeiten verwendet, wie beispielsweise Vorplätze, Schlosshöfe und Alleestraßen. Nach und nach wurde allerdings Natursteinpflaster, wie bereits erwähnt, durch Betonpflastersteine ersetzt. Das geschah auch deshalb, weil Natursteine, insbesondere Sandsteinarten, sehr rutschig sind. Im Zuge von Neugestaltungen erhalten die Stadtkerne jedoch wieder ihr altes, einladendes Pflaster und Fußgängerzonen werden so wieder attraktiv.

 

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