Bakelit ist ein duroplastischer Kunststoff.
Er wurde von dem belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland 1905 entdeckt. Dieser experimentierte mit Phenol und Formaldehyd. Dabei entdeckte er, dass diese Stoffe in einer exothermen Reaktion zu einem Kunstharz polymerisierten. Nachdem er das entstandene Wasser entfernt hatte, konnte er die noch weiche warme Masse in eine Form pressen und unter Druck und Wärme härten. Der Werkstoff Bakelit war geboren.
Bakelit war der erste vollsynthetisch härtbare Kunststoff. Schließlich wurde dieser Stoff nach seinem Erfinder benannt. Bakelit war der erste industriell produzierte Kunststoff. Bakelit-Formteile entstehen, indem ein Phenolharz/Füllstoff-Gemisch in einer beheizten Form hergestellt und ausgehärtet wird. Vorteil ist bei diesem Verfahren, dass sehr große Stückzahlen hergestellt werden können.
Bakelit ist ein sehr langlebiger Kunststoff. Er ist widerstandsfähig gegen mechanische Einwirkungen wie Schläge oder Stöße. Ebenso ist Bakelit sehr unempfindlich gegen Hitze. Erst bei 300 °C verkohlt es. Auch gegen Säuren und Laugen beweist es eine hohe Widerstandsfähigkeit. Bakelit besitzt dunkle, braune bis schwarze Farbtöne und kann beliebig eingefärbt werden. Bei Licht dunkelt Bakelit nach, deshalb wird es meist mit dunklen Farben wie Rot, Blau oder Schwarz gemischt. Im Gegensatz zu anderen Kunststoffen altert es kaum. In die Pressmasse wird meist Holzmehl, Gesteinsmehl oder Textilfasern eingearbeitet.
Nach seiner Entdeckung hat sich Bakelit sehr schnell ausgebreitet. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Erstens ist Bakelit ein hervorragender elektrischer Isolator. Es ist darum aus der Elektroindustrie nicht wegzudenken. Weitere Einsatzbereiche in der Elektroindustrie sind Lampenschirme, Steckdosen, Lichtschalter oder Fassungen. Ganz typisch ist auch der Einsatz als Leiterplatten. Und zweitens lassen sich durch das Pressverfahren sehr hohe Stückzahlen herstellen.
Heute wird es zur Herstellung von Haushalts- und Küchengegenständen wie Teller oder Tassen verwendet. Oder für Büroartikel wie Zettelkästen oder Stiftdosen. Typische Einsatzfälle sind auch Materialien für Modelleisenbahnen oder Modellbauartikel. Typisch sind auch Anwendungen in Bereichen, wo mechanische und thermische Belastbarkeit oder Brand-Resistenz gefordert sind. Also beispielsweise bei Schleifscheiben, Reibbelägen, Filterpapieren oder Feuerfest-Materialien. Es wird auch eingesetzt zum Imprägnieren bzw. Tränken von Holzwerkstoffen. Oder für thermisch hochbelastete Bauteile wie Schleifkörper und Bremsbeläge. Typisch ist auch der Einsatz als flammhemmendes Bindemittel für Hartfaserplatten und Schaumstoffe. Auch bei der Herstellung von Waffen, Schmuck oder Dekorationsgegenständen ist Bakelit ein beliebter und gut zu verarbeitender Werkstoff. In der Konsumgüterindustrie hat Bakelit seine Anwendung bei Telefonen oder Kofferradios.
Heute hat sich ein regelrechter Sammlermarkt für Bakelit-Produkte entwickelt. Für Sammlerstücke wird teilweise sehr viel Geld bezahlt. Es sind Museen entstanden, in denen die Geschichte des Bakelit mit vielen praktischen Beispielen beschrieben wird.


