Was ist Polyamid ?

Polyamide, kurz PA, sind Polymere der Amidgruppe.

Gängigerweise nennt man so technisch verwendbare, synthetische, thermoplastische Kunststoffe. Sie werden von Aminen abgeleitet. Bekannte Handelsnamen sind beispielsweise Nylon, Perlon und Dederon. Bei der Mehrzahl der Polyamide, die von technischer Bedeutung sind, handelt es sich um thermoplastische, teilkristalline Polymere. Diese sind zäh, steif, fest, beständig gegen Chemikalien und lassen sich gut verarbeiten. Die exakten Werte der Polyamide richten sich nach dem Wassergehalt und dem kristallinen Gefüge.
Der Verschleißwiderstand ist bei kompakten Polyamiden höher. Des Weiteren haben diese gute Gleiteigenschaften. Indem man Kohle- oder Glasfasern zur Herstellung von Faserverbunden einsetzt, ist eine weitere Verbesserung der mechanischen Eigenschaften möglich. So können die Polyamide unter anderem noch schlagfester und zäher gemacht werden. Die Polyamidfasern lassen sich leicht einfärben. Dafür nimmt man Metall- oder Säurekomplexfarbstoffe zur Hilfe. Eine Färbung mit Direkt- und Dispersionsfarbstoffen ist ebenso möglich. Neuerdings benutzt man auch Reaktivfarbstoffe, die wesentlich echter als die übrigen Färbemethoden sind.

Die globale Polyamidproduktion liegt bei etwa 7000 Kilotonnen pro Jahr. Größtenteils setzt man den Kunststoff in Form von synthetischen Fasern in der Textilindustrie ein. So werden Dessous, künstliche Schwämme, Kittel, Nylonstrümpfe, Seile, Spanndrähte, Regenkleidung, Trampolin-Sprungtücher, Teppichböden, Sportkleidung, Tennissaiten, Militärbekleidung und vieles mehr aus Polyamid hergestellt. Ebenfalls zum Einsatz kommt es zur Produktion von äußerst abriebfesten technischen Teilen, wie zum Beispiel Dübel, Gehäuse, Gleitlager, Schrauben und Isolationsteile, für Klebesockel, Kabelbinder, Zahnbürsten, Maschinenteile und Knotenstücke von Sanitätszelten. Küchen- und Haushaltsutensilien, die unzerbrechlich sind, sind auch häufig aus Polyamid. Im Fahrzeugbau setzt man den Kunststoff für Ansaugsysteme, Motorabdeckungen, Kraftstoffleitungen und andere Motoranbauteile ein. Dafür ist es besonders geeignet, da es bei Temperaturen von maximal 150 °C beständig gegen Kraft- und Schmierstoffe ist.