Was ist Polycarbonat ?

Bei Polycarbonaten handelt es sich um Kunststoffe, die zu der Gruppe der synthetischen Polymere zählen.

Genauer gesagt sind es polymere Ester der Kohlensäure Diolen. Sie können durch Umesterung mit Kohlensäureestern oder durch Polykondensation von Phosgen gebildet werden. Die erstmalige Entwicklung von Polycarbonaten mit industrieller Bedeutung erfolgte im Jahr 1953. Hermann Schnell führte diese bei dem Unternehmen Bayer AG durch.

Am häufigsten verbreitet sind Polycarbonate, die als Diolkomponente Bisphenol A benutzen. Bisphenol A steht laut US-Studien im Verdacht, Gesundheitsschäden auszulösen. Diese Polycarbonate sind meist amorph. Günstig ist, dass sie sehr fest, hart, schlagzäh und steif sind. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch eine größtenteils gute Strahlungs- und Witterungsbeständigkeit aus. Obwohl sie entflammbar sind, kommt es zum Erlöschen der Flamme, sobald man die Zündquelle entfernt. Ebenfalls von Vorteil ist, dass Polycarbonate gut geeignete Isolatoren gegen elektrischen Strom sind. Gegen Chemikalien sind sie nur in Maßen beständig, darunter gegen Wasser, eine Vielzahl von Mineralsäuren sowie wässrige Lösungen von Oxidationsmittel und neutralen Salzen, Kohlenwasserstoffe und eine Reihe von Fetten und Ölen.

Da Polycarbonat nicht so günstig wie andere Kunststoffe ist, benutzt man es fast ausschließlich, wenn andere Materialien nicht hart oder kratzresistent, formstabil oder ausreichend klar sind. Beispiele für Anwendungen sind in starren Kraftfahrzeugscheiben, als Verglasung in Sektionaltoren und Industrietoren mit einbruchhemmender Wirkung sowie als Schutzscheiben in Spezialfahrzeugen. Zudem sind Solarpanels, Abdeckungen und Vordächer manchmal aus Polycarbonat. Neben der Baubranche findet es auch in der Elektronik und Unterhaltungsindustrie Anwendung, zum Beispiel für DVDs, CDs, Unterwassergehäuse von Kameras, Kameragehäuse im Allgemeinen und auch Gehäuse von Laptops.