Winddicht bauen

Winddicht bauen

Investitionen in die Zukunft

Bis zum Jahr 2005 soll nach Vorstellungen des Bundesbauministeriums die CO2-Emission um 25% gesenkt werden. In der für 1999 geplanten Energiesparverordnung wird diese Vorgabe noch ausgeweitet: Der Heizenergiebedarf bei Neubauten wird um weitere 30% gesenkt, die baulichen und anlagetechnischen Anforderungen zur Energie-Einsparung bei Altbauten weiter angehoben.Zentrales Thema in diesem Zusammenhang: Die Dichtheit der Gebäudehülle. Sie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das einwandfreie Funktionieren der Wärmedämmung. Zu unterscheiden ist zunächst zwischen Luftdichtigkeit und Winddichtigkeit. Erste bietet Schutz gegen die Luftbewegung, verursacht durch Tempeaturunterschiede und somit einer Druckdifferenz zwischen innen und außen. Zweite verhindert das Einwirken äußerlicher, wetterbedingter Einflüsse. Wie wichtig diese Funktionsschichten sind, zeigt ein kleines Beispiel: Im Winter strömt, bei einer fehlerhaften Luftdichtung, warme mit Feuchtigkeit angereicherte Luft von innen nach außen. Bei einer 2mm breiten, nicht abgedichteten Fuge und einer Druckdifferenz von 6 Pa entweicht eine Wassermenge von 130g / (m x h), verbunden mit einem Lüftungswärmeverlust von 5,1 W / (m x K).

Hygiene und Wohnqualität

Die Anforderungen an die Luftdichtigkeit von Gebäuden sind in der Wärmeschutzver-ordnung (WSVO) von 1995 beschrieben - bislang sind die Vorschriften allerdings noch sehr allgemein gehalten. Im Bereich der Umfassungsflächen (Wände, Dach) ist demnach eine "luftundurchlässige Schicht" (WSVO, § 4,1) einzubauen; Fugen müssen "entsprechend dem Stand der Technik" (WSVO, § 4,3) dauerhaft abgedichtet werden.

Neben der Minimierung des Wärmeverlustes spielen auch hygienische Gründe eine wesentliche Rolle bei der Dichtigkeit eines Gebäudes: Der durchschnittlich notwendige Luftwechsel einer Wohnung liegt zwischen 0,5 und 1 pro Stunde, d. h. in einer Stunde sollten 50 bis 100% des Luftvolumens eines Raumes ausgetauscht werden. Durch undichte Stellen kann sich dieser Luftaustausch erheblich beschleunigen. Die Folge: Die warme Luft entweicht, die neu einströmende kalte Luft muß auf die von den Bewohnern gewünschte Temperatur erwärmt werden. Beträchtliche Energieverluste und mögliche Bauschäden sind die Folge.

Darüber hinaus kann durch undichte Stellen (z. B. Fugen) unangenehme Zugluft entstehen, die insbesondere in Fußbodennähe kaum ausgeglichen werden kann, da sich die kalte Luft am Boden nicht mit der warmen Raumluft vermischt. Letztendlich wird durch gute Dichtung auch der Schallschutz erheblich verbessert.

Moderne Dämmsysteme

Die in der Regel außen angebrachte Winddichtung kann sowohl eindringenden Schlag-regen und Schnee ableiten als auch die Dämmung gegen eine Unterströmung durch Kaltluft schützen. Eine Verknüpfung dieser Funktionen bieten fortschrittliche Weiterentwicklungen von Dämmsystemen, wie z. B. das Produkt IsoBouw S-DIFF. Hergestellt wird ein Aufsparren-Dämmsystem aus expandiertem Polystyrol Hartschaum (EPS), das als Material selbst winddicht ist. Neben seiner Dämmfunktion bietet das System durch die aufkaschierte, diffusionsoffene, winkelseitig überlappende Unterspannbahn weitere Vorteile: Es ist mindestens drei Monate frei bewitterungsfähig und garantiert damit eine Notdachfunktion. Das heißt: Dämmung und eine diffusionsoffene, regensichere Unterdeckbahn sind in einem Produkt integriert. Das bedeutet nicht nur Einsparung von Zeit und Kosten, sondern auch, daß bei verzögertem Baufortschritt witterungsbedingte Schäden am Gewerk Dach verhindert werden.

Ein weiterer Vorteil: Die wärmebrückenfreie Verlegung wird durch den längsseitigen doppelten Stufenfalz und die stirnseitig angebrachte Nut- und Federverbindung gewährleistet. Eine sorgfältige Ausführung ist an den Bauteilanschlüssen wie z.B. Fugen bzw. Dachdurchdringungen unbedingt erforderlich um die Anforderungen für eine dauerhafte und wirksame Luftdichtigkeit nach DIN 4108-7 sicherstellen zu können.

Ökologie / Energiebilanz

Parallel zu den Planungen zur Winddichtigkeit bei der Dämmung des Daches sollten bei der Auswahl der Baustoffe neben den Anschaffungsko-sten auch die Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen in den Folgejahren beachtet und einkalkuliert werden. Die Vorteile von EPS liegen hier auf der Hand: es gibt keinerlei Folgekosten für Wartung und Instandhaltung und EPS ist zu 100% recyclebar, was bei steigenden Müllgebühren einen wichtigen Kostenvorteil darstellt. Nicht nur, daß EPS witterungsbeständig und unverrottbar ist - da EPS absolut FCKW-frei ist, fällt bei der Entsorgung kein Sondermüll an. Kurz gesagt: Die Verwendung von EPS hat sich durch niedrige Baukosten und dauerhafte Dämmleistung seit vielen Jahren in der Praxis bewährt.

Die langjährige Erfahrung von IsoBouw, Abstatt, mit der Herstellung von EPS hat dazu geführt, den Umweltaspekt bei den Produkten und der Herstellung immer mehr in den Vordergrund zu stellen. Durch die Kombination von Dämmschutz und Winddichtigkeit wird entscheidend auf die Reduzierung des Treibhaus-Effektes hingewirkt. Denn immerhin, so die Herstellerfirma, ist der private Energieverbrauch mit einem Anteil von ca. 50% immer noch der größte Verursacher von CO2-Emissionen. Auf Produktionsseite wiederum wirkt sich der niedrige Primärenergie-Einsatz von 269 kW/m2 po-sitiv auf die Verminderung des Treibhauseffektes aus. D. h.: Mit niedrigem Energieein-satz wird ein hoher Energienutzen er-zielt. In der Regel amortisiert sich die zur Herstellung von EPS eingesetzte Energie schon in der ersten Heizperiode.