Muschelkalk wird genauso wie damals abgebaut und für wirtschaftliche Zwecke genutzt.
Verwendet wird der Muschelkalk als Gleisschotter für den Straßenbau oder aber auch für die Herstellung von Zement. Aus Muschelkalk wird der qualitativ hochwertige Elm-Kalkstein (Höhenzug Elm in Niedersachsen) gewonnen, der als Baustoff fungiert. Elm-Kalkstein ist eine regionale Sonderentwicklung des Muschelkalks. Elm-Kalkstein wurde Anfang des 12. Jahrhunderts für den Bau von Kirchen, Klöstern, Burgen und Schlössern verwendet. Auch bei kleineren Architekturteilen wurde der Baustoff bevorzugt, wie unter anderem bei Bauvorhaben an Säulen, Kapitellen oder Gesimse. Viele der Bauwerke können heute noch betrachtet werden, wie zum Beispiel die Ludgeri-Kapelle, welche schon im 11. Jahrhundert errichtet worden ist. Auch Bauwerke des 20. Jahrhunderts wurden mit Elm-Kalkstein gebaut, wie das Landesgerichtsgebäude in Berlin-Charlottenburg oder die Industrie- und Handelskammer in Braunschweig.
Muschelkalk gehört zu der lithostratigrafischen Gruppe, wobei sie die mittlere der drei Gruppen ist. (Lithostratigrafie: strukturelle und räumliche Gliederung von Gesteinseinheiten). Diese Dreiteilung mit Buntsandstein, Muschelkalk und Keupers ist nur nördlich der Alpen zu finden. Muschelkalk wurde früher als Gesteinsbegriff verwendet. Charakterisiert wird Muschelkalk durch seine hellgraue bis beigefarbenden Töne. Muschelkalk entstand vor ca. 243-235 Millionen Jahren durch Ablagerungen von Fossilen, Muscheln, Mineralien und anderen Gesteinsarten. Der obere Muschelkalk besteht aus Kalken, Mergel und Dolomiten, wobei der mittlere überwiegend Gips, Anhydrit und Steinsalz enthält. Im unteren Teil ist Kalk, Kalkmergel und Tonmergel zu finden. Aufgrund von archäologischen Funden sind der Abbau und die Nutzung von Muschelkalk historisch belegt. Es wurden Steinmühlen und Kalkbrennereien gefunden. Es gibt Regionen, in denen wurden in der oberen und in der unteren Schicht des Muschelkalks, Blei-, Zink- und Silbererze gefunden. Rohstoffe, die für die Münzprägung und für die Waffenherstellung verwendet wurden.
Sieht man davon ab, dass die Verwitterungsschicht des Muschelkalks erosionsgefährdet ist, kann man doch die optischen Eigenschaften des Naturgesteins genießen. So kann Muschelkalk als Naturmosaik für Fassadenverkleidung dienen, als Wandverkleidung oder auch als Bodenbelag. Jede Fliese beispielsweise ist ein Unikat, welches somit nicht reproduzierbar ist.
Die Werkstoffbezeichnung für Muschelkalk ist Blauband-Kalkstein. Im Handel findet man diesen unter dem Namen Muschelkalk Blauband. Die Farbe ist bläulich-grau und die Hohlräume sind hierbei ausgefüllt. Das Gestein ist ungeschichtet und besitzt eine lebhafte Textur.
Hier noch ein paar Fakten zum Gestein:
Rohwichte: 26,9 KN/cbm.
Druckfestigkeit: 113 N/qmm.
Abriebfestigkeit: 22,9 ccm/50 qcm.
Lieferbare Dimensionen: mehrere cbm.
Gegen Frost beständig.
Gegen Aggressoren nicht beständig.
Politur: Gut, außen unbeständig
Anwendung findet Muschelkalk unter anderem als Rohstein (Massivbau, Monumente, Grabmale, Brunnen, Skulpturen) als Platte gesägt und geschliffen (Fassadenverkleidungen) und als Platte poliert (für alle Zwecke der Innenarchitektur).



