Ziegel

Bei Ziegeln handelt es sich um ein keramisches Material sowie das älteste bekannte vorgefertige Bauelement.

Bild schwarzer Ziegel als Klinker-Ziegel in matt und glänzendMan benutzt tonhaltigen Lehm, aus dem die Ziegel in Öfen gebrannt werden. Früher  löste man den Ton oder Lehm ein paar Wochen lang in Wasser oder breitete ihn in der Winterzeit draußen aus und ließ ihn durchfrieren. So entstehen qualitativ besonders hochwertige Ziegel. Anschließend säuberte man den Lehm und presste ihn in einen Formrahmen, in dem er einige Wochen an der Luft trocknete. Das Brennen selbst nimmt etwa 2 Wochen in Anspruch und erfolgt bei Temperaturen zwischen 600 und 900 Grad Celsius. Heute ist die Fertigung weitgehend industrialisiert, die Ziegel werden von Maschinen geformt und es werden Tunnelöfen eingesetzt.

Ziegel wurden bereits gegen 8000 vor unserer Zeit in Siedlungen aus der Jungsteinzeit entdeckt. Sie sind recht vorteilhaft gegenüber Wänden aus Lehm. Es ist einfacher, sie zu transportieren und die Mauern sind stabiler. Die allerersten Ziegel formte man von Hand, weswegen ihre Form nicht gleichmäßig war. 3000 Jahre vor unserer Zeit war bereits das Glasieren bekannt und technisch recht ausgereift. Auf der ganzen Welt gibt es unzählige Bauwerke der Backsteinarchitektur, beispielsweise in China und in der römischen Architektur.

Die heute eingesetzten Ziegel sind viel größer als ihre traditionellen Vorgänger und haben häufig Löcher aufgrund ihres zunehmenden Gewichts. So werden die Ziegel nicht nur leichter, sondern haben auch eine verbesserte Wärmedämmung. Oft werden Ziegel als Verblendmauerwerk eingesetzt. Es gibt unzählige Formate, Oberflächenstrukturen und Tönungen, beispielsweise gelbe, rote, blaue und braune Ziegel. So kann den individuellen Bauanforderungen und Gestaltungswünschen entsprochen werden. Auch herkömmliche Ziegel werden gelegentlich aus Abbruchhäusern geborgen, um sie in Neubauten im alten Design wiedereinzusetzen.