Zinn

Das chemische Element Zinn ist ein sehr weiches, silberweiß glänzendes Schwermetall, dessen Schmelzpunkt sehr niedrig liegt.

Bereit seit über 5000 Jahren ist Zinn bekannt, bis zu diesem Datum reichen die archäologischen Funde über Verarbeitungsstätten zurück. Man gewinnt Zinn aus Zinnstein. Zu diesem Zweck muss man das Erz zunächst zerkleinern und anschließend durch Aufschlämmen und magnetische oder elektrische Scheidung sowie weitere Verfahren entsprechend anreichern. Wenn das Zinn mit Kohlenstoff reduziert wurde, muss man es erhitzen bis kurz oberhalb seiner Schmelztemperatur. So kann das Zinn abfließen, ohne dass Verunreinigungen entstehen. Eine weitere heute sehr gängige Möglichkeit zur Gewinnung von Zinn ist das Recyceln. Diese Möglichkeit wird in Zukunft noch an Bedeutung zunehmen, da die heute noch existierenden Zinnlagerstätten nur noch geschätzte 3-4 Jahrzehnte reichen werden. Gefördert wird Zinn hauptsächlich in China, Peru, Bolivien, Brasilien und Indonesien, doch auch in weiteren Ländern gibt es Zinnvorkommen.

Zinn findet vielerlei Verwendung. Es wird hauptsächlich im Bauwesen und für die Herstellung von Elektrogeräten benutzt. Zinnbleche werden seit langem zur Anfertigung von Orgelblechen benutzt. Aus Weißblech stellt man Konserven und Backformen her. Auch Schmuck wird aus Zinn gefertigt. Ein äußerst wichtiger Anwendungszweck von Zinn ist als Teil von Metalllegierungen. Zinnschmelze ist nötig, um Floatglass zu produzieren. Zudem sind Zinnverbindungen in PVC enthalten, einem häufig verwendeten Kunststoff. Als transparente Zinnoxid-Indiumoxid-Verbindung dient es als elektrischer Leiter in LC-Displays und anderen Anzeigegeräten. Als Desinfektionsmittel ist Zinn ebenfalls nützlich. Zinngießer gab es schon im Mittelalter und das traditionelle Berufsbild hat sich bis heute erhalten.