Zur Lage am Arbeitsmarkt im Oktober 2004

Zur Lage am Arbeitsmarkt im Oktober 2004
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

(03.11.2004 15:16)

(Berlin) - Im Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber September von 4,257 Millionen um 50.000 auf 4,207 Millionen zurückgegangen. Das ist wesentlich mehr, als mancher "Experte" im Vorfeld glauben machen wollte.

Bundeswirtschafts- und -arbeitsminister Wolfgang Clement: "Die Zahl der Arbeitslosen geht zurück und die Erwerbstätigenzahl entwickelt sich positiv. Mit 38,49 Millionen hatten im August etwa 107.000 mehr Menschen Arbeit als vor einem Jahr."

In Ostdeutschland ist die Zahl der Arbeitslosen auch saisonbereinigt leicht um 2.000 gesunken, während sie in Westdeutschland noch immer ansteigt, wenn auch deutlich weniger als im August und September diesen Jahres, d.h. auch saisonbereinigt zeigt sich - wenn auch nur sehr moderat - der Aufwärtstrend.

Clement: "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Reformen zusammen mit der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung sehr bald auch den Arbeitsmarkt erreichen werden. Die Beteiligten in den Arbeitsagenturen und Kommunen arbeiten mit aller Kraft an der pünktlichen und möglichst reibungslosen Einführung der neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende im Januar 2005. In Ostdeutschland entfalten unsere Instrumente - einschließlich der Zusatzjobs im Vorgriff auf "Hartz IV" - offensichtlich bereits Wirkung. Ich hoffe, dass dies auch dazu beiträgt, die Befürchtungen, die viele Menschen im Osten mit den Reformen verbunden haben, abzubauen."

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Der Abbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verlangsamt sich. Nach ersten Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit lag diese Zahl im August zwar mit 26,614 Millionen noch um 335.000 niedriger als vor einem Jahr. Der Abstand zum Vorjahr wird aber kleiner: im Februar 2004 gab es noch 610.000 weniger sozialversichungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und im Mai 457.000 weniger als in den jeweiligen Vorjahresmonaten.

Für eine Zunahme der Beschäftigung müsse es vor allem gelingen, Deutschland auf einen stabilen Wachstumspfad zu bringen. Clement: "Für 2005 erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf. Von Dezember 2004 auf Dezember 2005 halten wir ca. 200.000 Arbeitslose weniger durchaus für möglich. Wichtig ist, dass die kräftigen außenwirtschaftlichen Impulse jetzt auch die Binnenwirtschaft erfassen."

Zur Ausbildungssituation

Die Anstrengungen der Ausbildungspakt-Partner vor allem bei der Nachvermittlungsaktion zeigen mehr und mehr Wirkung. Gegenüber Ende September war die rechnerische Lehrstellenlücke im Oktober um 5.300 kleiner. Das ist ein deutlich stärkerer Abbau als im Vorjahr, in dem die Lehrstellenlücke von September auf Oktober um nur 1.600 geringer wurde. In Industrie und Handwerk wurden bis Ende Oktober insgesamt 2,8 % mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen - insgesamt ebenfalls eine positive Tendenz.

Clement: "Wir dürfen nicht nachlassen in unserem Bestreben, jedem und jeder ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen bis zum Jahresende ein Angebot zu machen. Insgesamt gibt es noch ein erhebliches Potenzial auf dem Ausbildungsmarkt. Ich erwarte, dass sich der Ausbildungsmarkt in den nächsten Wochen und Monaten noch deutlich positiver entwickeln wird."

Auch seien die Erfolge der Nachvermittlung von Kammern und Agenturen im letzten Oktober-Drittel noch nicht vollständig abgebildet. Zum einen dauert es einige Zeit bis zum endgültigen Vertragabschluss, zum anderen konnten die Ausbildungsverträge der letzten Oktoberwoche statistisch noch nicht erfasst werden.

Außerdem wird das neue Instrument der Einstiegsqualifizierungen noch für erhebliche Entlastung sorgen. Bis Ende Oktober wurden gut 15.000 dieser Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Weitere 10 000 Plätze sind zugesagt. Erst 600 Plätze sind bisher vergeben. Damit stehe der größte Teil dieses neuen Angebotes noch zur Verfügung, so der Minister weiter.

Die Einstiegsqualifizierung kann eine spätere Berufsausbildung verkürzen und dient dem Erwerb von Grundkenntnissen und -fertigkeiten zur Vorbereitung auf einen späteren Ausbildungsberuf.

In einigen Kammerbezirken - z.B. Berlin - hat sich leider auch gezeigt, dass zahlreiche Jugendliche, die noch als Bewerber gezählt werden, nicht zur Mitwirkung bei der Vermittlung bereit sind. Sie haben also offensichtlich kein Interesse an einer Ausbildung oder sind bereits anderweitig untergekommen.

Minister Clement: "Ich appelliere an die jungen Leute, unser Angebot zur Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche anzunehmen. Gerade die neuen Kompetenzchecks der Kammern und Arbeitsagenturen ermöglichen eine auf ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse abgestimmte Beratung und Ausbildungsempfehlung. Ich kann die Jugendlichen nur dringend bitten, von den ihn gebotenen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Nur auf diese Weise werden sie ihren Weg in eine gute bewegliche Zukunft finden."

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